Samstag, 11. Juli 2009

Deutsch für Nazis Teil 2

Wenn sonst nichts geht geht Satire,so war schon oft das Motto auf diesem Blog.so will ich es auch jetzt wieder halten, wo mir ein krasser Aufhänger fehlt, und ich dennoch nach vier Tagen Funkstille wider Leben in den Blog bringen will.

In der Heutigen Satire geht es mal wieder um Nazis,genauer um ihre bedauernswerte Unfähigkeit in Parlamenten einen geraden Satz herauszubringen. Das Video stellt den Zweiten Teil des Extra 3 Telekollegs Deutsch für Nazis dar, das ich auch schon gebloggt habe. Insgesamt ist es das vierte Satirische Telekolleg von Extra 3 ,den es gab in der Vergangenheit auch schon das Telekolleg Superstar-Deutsch,sowie das Telekolleg Imbiss-Deutsch

Nun aber genug der Vorrede und viel Spaß mit den Sprachlichen Eskapaden unserer braunen Freunde!



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Montag, 6. Juli 2009

Jean Calvin: Der Stalin der Reformation-Oder der Christliche Chomeini

Machen wir zur Abwechslung mal mit etwas früher Neuzeit und Reformationsgeschichte weiter. Ich gebe zu das mich die Frühe Neuzeit immer ziemlich gemieden habe und dort nur das nötigste besucht habe. Deshalb will ich an dieser Stelle lediglich auf einen spannenden Artikel von Peter Mühlbauer Verweisen. Dieser porträtiert bei Telepolis Jean Cavin anlässlich seines 500. Geburtstags unter dem wenig schmeichelhaften Titel der Stalin der Reformation.

Auch wenn historische Vergleiche naturgemäß immer mehr oder weniger schief sind, weist Mühlbauer dennoch erstaunliche Parallelen zwischen Calvins Herrschaft in Genf und den Stalinistischen Schauprozessen der 30er Jahre auf der einen, und dem Iran unter Chomeini auf der anderen Seite nach. Insbesondere diesen Zweiten Strang finde ich sehr treffend. In dem Artikel wird nämlich deutlich, das Calvin einen Christlich fundamentalistischen Gottesstaat errichtete,der in mancher Hinsicht dem Wahabismus oder der Lehre Chomeinis in nichts nach stand.Zur Ilustritung dieser These nur ein Paar Auszüge aus Mühlbauers

Artikel:

Nach und nach wuchs in Genf die Liste des Verbotenen, bis schließlich auch Delikte wie die Verlockung zum Müßiggang bestraft werden konnten. Theater wurde erst nur in religiösen Varianten zugelassen, später dann ganz verweigert. Ehen zwischen Alt und Jung wurden untersagt, Frauen mit unzulässigen Kopfbedeckungen oder Frisuren eingesperrt. An Heiligen orientierte Vornamen sollten zugunsten solcher aus der Bibel verschwinden[...]


Und Weiter:

In dem von ihm errichteten Überwachungs-Gottesstaat kontrollierte ein Konsortium alle Haushalte. Eine Pflicht zum Besuch des Gottesdienstes bestand nicht nur Sonntags, sondern drei bis vier Mal wöchentlich. Für Ruhe in der Bevölkerung sorgte, dass schon respektlose Äußerungen gegenüber Klerikern als Verbrechen bestraft wurden.


Die Liste Ließe sich noch Fortsetzen, so versuchte Calvin auch alle Wirtshäuser zu schließen und stattdessen Abteien einzurichten, in denen die Bürger zwangsweise mit Bibelstudium beglückt wurden.Was aber sagt uns all dies für Heute ?

Nun es zeigt zumindest, dass Konzepte einer totalitären Herrschaft der Geistlichkeit keine Erfindung der Schiiten und schon gar nicht Chomeionis sind. Viel mehr beschleichte mich bei der Lektüre das Gefühl, es stünde uns Europäern eventuell gut zu Gesicht, gegenüber dem Iran ein wenig weniger Selbstgerecht aufzutreten, schließlich haben wir das alles auch durchgemacht, wie das Beispiel Calvin demonstriert.

Allerdings gebe ich gerne Zu das eine solche Haltung aus Zweierlei Gründen genauso problematisch sein Kann wie das beharren auf Westlichen Demokratie und Menschenrechtsstandards.Erstens setzt die Einstellung nach dem Motte "Lass die das mal erleiden,die sind halt noch nicht so weit", die Arabisch-Muslimische Welt gegenüber der westlichen Welt zurück. Zweitens bildet eine solche Denke Diktaturen eine wunderbare Rechtfertigung Menschenrechte mit Verweis auf angeblich abweichende Traditionen zu verweigern.Deshalb muss letztlich überall die Universalität von Menschenrechten durchgekämpft werden, Calvin hin Calvin her.

Sonntag, 5. Juli 2009

Ein Riss geht durch die Geistlichkeit

In meinem Artikel Iranische Geistlichkeit im Wartestand Bin ich ja bereits auf Irans Theologische Elite eingegangen. Zeigten sich damals nur zarte Hinweise auf einen Dissens innerhalb dieser Gruppe, ist dieser inzwischen recht offensichtlich. Wie die New York Times berichtet hat gestern der Verband der Gelehrten und Wissenschaftler von Quom eine Erklärung verabschiedet,in der die umstritten Wiederwahl Ahmadineshads als Illegitim bezeichnet wird.

Damit haben sich erstmals einflussreiche Kleriker offen auf die Seite der Opposition gestellt. Auch die Autorität Chameneis dürfte hiermit weiter geshwächt werden.  Spannend  dürfte es nun werden zu beobachten wie Chamenei auf diese Provokation reagiert. In der Vergangenheit wurden aufmüpfige Kleriker all zu gern inhaftiert oder gar hingerichtet. Ob es Chamenei allerdings in der momentanen Lage  Wagen wird den Einflussreichen Klerikerverband direkt zu attackieren würde ich bezweifeln. Schließlich ist er auf deren Unterstützung eigentlich angewiesen. um seine Herrschaft Theologisch zu legitimieren.

Zugleich kann man aber auch nicht davon sprächen, das hiermit der entscheidende Durchbruch für die Opposition erreicht sei,  den trotz der jetzt erfolgten Kritik verfügen die Konservativen nach wie Bor über erhebliche Unterstützer innerhalb der Theokratie.Außerdem darf nicht vergessen Werden, das mit den Revolutionsgarden, welche in Treue Fest zu den Konservativen Stehen ein hoch motivierter und schwer bewaffneter Player mit im Spiel ist, der jeden unüberlegten Schritt der Reformer mit Gewalt beantworten wird. Manch analyst sieht im Wahldisput ja auch bereits eine heimliche Machtergreifung dieser Gruppe im Staat.

Kurz und Gut es ist und bleibt kompliziert und unübersihtlich in diesem Land,das für mich nach dem Libanon zu den komplexesten  der Region gehört.Es heißt weiter alle Ohren und Augen Offen halten. Dieser Blog wird weiter sein bestes tun, um diese Aufgabe für seine LeserInnen  zu erledigen.   

Samstag, 4. Juli 2009

Zukunftswünsche und Sprachqualen

Wie ich ja bereits im Post Weichenstellungen ausführlich beschrieb geht mein Studium so langsam Zu ende. Da ich leider vielleicht bedingt durch meine Bipolare Störung kaum in der Lage bin Dinge einfach mal auf mich zukommen zu lassen zerbreche ich mir derzeit bereits den Kopf wie es nach dem Februar 2011,also dem Abschluss meines Magisters weitergehen soll. Dabei bin ich mir mittlerweile immerhin recht sicher was ich nach dem Magister gerne machen würde,nämlich im Grunde genommen mehr oder weniger dass, was ich jetzt auch schon tue wissenschaftlich arbeiten.Da ich fast mein Gesamtes Hauptstudium schwerpunktmäßig zum Thema Nahost gearbeitet habe, machen auch Promotion und alles was darauf vielleicht noch folgt strategisch betrachtet  auch nur in diesem Bereich Sinn. Natürlich konnte ich auch zu anderen Themen forschen,aber welchen Sinn macht es  schon seinen Schwerpunkt abrupt aufzugeben?

In Marburg sind die institutionellen Voraussetzungen für ein solches Vorhaben im Grunde genommen auch gar nicht so schlecht, immerhin wird hier seit 2006 das Centrum  für Nah-Und Mittelost-Studien aufgebaut Dort existiert auch ein Fachgebiet Politik des Nahen und Mittleren Ostens , bei dessen Leiter ich wie der Zufall will  meine Magisterarbeit schreibe. Es könnte also durchaus eine Strategie sein, sich vorausgesetzt der Magister wird gut, an den Mann dran zu hängen und zu schauen ob er einen irgendwie weiter fördern kann oder will. Immerhin beschäftigt er gleich mehrere Wissenschaftliche Mitarbeiter,deren Stellen kürzlich für 3 Jahre besetzt wurden, also relativ bald nach meinem Abschluss eventuell frei werden.

Alles spitze also ? Mitnichten ! Schaut man sich nämlich die Ausschreibungen für die Stellen im Netz etwas genauer an wird einiges deutlich.Neben einem Prädikatsabschluss,den ich vielleicht sogar erreichen kann wenn ich mich rein hänge, werden durch die Bank Arabisch Kenntnisse vorausgesetzt Aus Sicht des Centrums ist das völlig logisch, schließlich wird fast überall im Nahen und Mitleeren Osten Arabisch gesprochen.

Genau an diesem Punkt beginnen meine Qualen, den über diese Kenntnisse verfüge ich nicht im geringsten.Nun könnte man diese Sprache natürlich noch lernen, allerdings habe ich in den Letzten Tagen gleich mit 3 Orientwissenschafts Studentinnen  gesprochen, die mir alle energisch davon abrieten es überhaupt zu versuchen, da es sehr viel Arbeit uns ausgesprochen komplex sei. Monia Schwerpunkt Arabistik meinte, obwohl sie zu den Besten gehöre, könne sie Arabisch  nach vier Semestern Arbeit noch immer nur sehr schlecht lesen und kaum sprechen Das ganze scheint also eine langwierige Geschichte zu sein, und das ganze ab Kommendem Semester Parallel   zur Magisterarbeit zu starten erscheint vor dem Hintergrund solcher Aussagen geradezu wahnwitzig. 

Was also tun? Ein Möglichkeit sehe ich in einem Zweitstudium Orientwissenschaft im Anschluß an den Magister. Eigentlich  ist es zwar Blödsinn auf einen Magister einen "minderwertigeren" Bachelor drauf zu setzen, hier hätte ich aber immerhin die Möglichkeit in Drei Jahren eine solide Sprachausbildung zu erhalten, also die jetzt fehlenden Kentnisse nachzuholen und zugleich meine Kenntnisse über die Region zu vertiefen. Das Größte zu überwindende Hindernis stellen hier meine Eltern dar, die durchaus mit Recht nach 15 Semestern Magisterstudium erwarten das ich nun anfange zu arbeiten und wohl kaum bereit sein werden mich noch mal 3 Jahre voll zu finanzieren, zumal selbst mit Arabisch alles andere als Sicher ist ob ich jemals anschließend eine Mitarbeiterstelle  im Cnms oder anderswo bekomme. Es wäre also betriebswirtschaftlich gesehen ein hochgradig unsicheres Investment.

Bliebe also nur ein Ausweichen in einen anderen Teilbereich der Politikwissenschaft oder auf eines Meiner Nebenfächer. Auch da stehen mir meine Sprach Defizite im Wege. Eine Promotion in Geschichte ist aufgrund fehlender Lateinkenntnisse nicht möglich, was tragisch ist, dar ich In Geschichte intellektuell   sogar noch einen Tick stärker bin als in Politik. Vielleicht sollte ich also besser Latein lernen? Das soll an der Uni zwar auch Hammer hart sein, ist aber sicher ein ganzes Stück weniger Komplex als Arabisch.

Das einzige Fach in dem vermutlich Sprache kein Problem ist ist die Friedens und Konflikt  Forschung.. Dieses habe ich allerdings als mein Zweites Nebenfach mein ganzes Studium derart stiefmüterlich behandelt, das ich bezweifele fachlich gut genug für eine Promotion in diesem Bereich zu sein. Ich kenne zwar die Theoretischen Grundlagen,habe mich in diese aber nie sonderlich vertieft.

Man sieht also das mit dem Wissenschaftlich weitermachen ist nicht ganz so einfach. Vielleicht sollte ich aber auch einfach meinen Freunden Matthias Bassi und Raf folgen, die mir seit Wochen gut zureden. mich nicht verunsichern zu lassen und einfach mal einen Grundkurs zu belegen. Mittlerweile bin ich auch fast soweit, aber leider muss ich immer erst alles tausendmal gegeneinander abwägen, bevor ich etwas tue. Ich vermute daran ist mein schon fast krankhaft rationaler Vater schuld.

Fazit

Ich sehe mal wieder mehr Mauern als Türen, und bin unfähig es mal einfach laufen zu lassen.Hoffentlich wird mein Warten auf eine Platz in einer Kognitiven Verhaltenstherapie bald belohnt,damit ich unter professioneller Anleitung meine Denkstrukturen positiv verändern kann.             

Donnerstag, 2. Juli 2009

Im Kollektiv aus der Krise?

Die Straßenproteste im Iran sind dank massiver Repression vorerst erstickt. Das bedeutet allerdings keineswegs dass die Staatskrise im Iran erledigt ist. Auch wenn die geistliche Elite sich zunächst behauptet hat, steht sie doch vor dem Problem das es auf keinen Fall so weitergehen kann wie vor der Wahl. Der Gesellschaftliche Status Quo wird sich nicht mehr wiederherstellen lassen, zu heftig waren die Proteste der vergangenen zweieinhalb Wochen.Was die Islamische Republik braucht um ihr Überleben zu sichern ist ein neuer Kompromiss zwischen Elite und Volk, mit dessen Hilfe ein Zusammenbruch des Systems abgewendet wird.

Wie dieser Aussehen könnte, und welche Akteure hierbei eine wichtige Rolle spielen deutet sich im Moment zumindest an. Der Freitag berichtet von Gerüchten , denen zufolge der Mächtige Ex-Präsident und heutige Vorsitzende der Expertenversammlung Ali Haschemi Rafsandschani die Ablösung des Obersten Rechtsgelehrten Sayed Ali Chamenei betreibt. Dabei scheint die Expertenversammlung in Zwei Fraktionen gespalten. Auf der einen Seite findet sich das pragmatische Lager um Rafsandschani,auf der andren eine radikale Fraktion angeführt vom Extremistischen Kleriker Mohammed-Taqi Mesbah Yazdi.

Rafsandshani scheint dabei mehr vorzuschweben,als nur einen allmächtigen Geistlichen durch einen anderen zu ersetzen. Offenbar plädiert seine Fraktion für die Einrichtung eines kollektiven Gremiums mehrerer Geistlicher, das  Chamenei in seine  Mitte aufnehmen soll.Gelinge dies, wäre zwar nicht das Systems gestürzt,jedoch wäre eine erhebliche Verschiebung innerhalb des Systems erreicht. Stellt man sich nu vor,  dass in ein solches Gremium auch einige  bislang marginalisierte Reformorientierte Kleriker einziehen, könnte ein solches Gremium dafür sorgen, das künftig die ein oder andere Reform in Richtung mehr Demokratie und Bürgerliche Freiheiten nicht mehr am Veto der Rechtsgelehrten scheitert.

Montag, 29. Juni 2009

Was Deutschland und der Iran gemeinsam haben

Dieser Tage zeigte sich die Welt schockiert von der Gewaltanwendung der Polizei und der Paramilitärischen Basidschi Milizen gegen die Protestbewegung im Iran. Rang hohe Politiker darunter auch die Kanzlerin forderten Lautstark die Gewalt sofort zu stoppen und das Recht auf Freie Meinungsäußerung und Versammlungsfreiheit gefälligst anzuerkennen. Ich fand das zwar richtig und wichtig,sendet es doch Signale der moralischen Unterstützung an die Protestbewegung, zugleich aber ist diese Art der Erregung nicht ohne Bigotterie.

Es ist nämlich keineswegs so. dass in Deutschland in Sachen Versammlungsfreiheit alles in Bester Ordnung wäre.Wenn beim G8 Gipfel in Heiligendamm wahllos auf Demonstranten eingeprügelt wird, obwohl diese sich betont friedlich verhalten,und sogar Parolen wie Wir sind friedlich was seit ihr skandieren,oder beim Nato Gipfel mal eben die Freizügigkeit auf wenige hundert Meter eingeschränkt , und das Abkommen über den Schengen Raum ausgesetzt wird, hat das für mich nur noch wenig mit Demokratie und freier Ausübung des Demonstrationsrechts zu tun. Vielmehr zeigt hier Die Polizei ihre hässliche Fratze,und benötigt offenbar das Feindbild Demonstrant um um ihre Brutalität zu legitimieren.

Dabei können dann auch ganze Lebensläufe zerstört werden wie der Fall des friedlichen Demonstranten Stefan Berger Zeigt, dem ein Wasserwerfer in Heiligendamm gezielt auf den Kopf schoss, wodurch die Netzhaut seines Linken Auges zerstört wurde. Die Folge ist die Erblindung auf diesem Auge, sowie eine teilweise Berufsunfähigkeit.Bis heute wurde die verantwortliche Einsatzleitung für diese Schwere Körperverletzung nicht zur Verantwortung gezogen.Ausführliche Infos zum Fall in folgendem Video



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Nun bin ich mir natürlich bewusst, das der Vergleich zwischen Iran und der Bundesrepublik und dem Iran reichlich schief ist, den es ist ein Unterschied ob ich als Demonstrant für 24 Stunden in Gewahrsam genommen werde,oder ob ich im Evin Gefängnis schwerer Folter unterzogen werde.Dennoch ist Polizeigewalt bei Leibe keien Iranische Erfindung, und sie verfolgt in beiden Systemen das gleiche Ziel. Demonstranten sollen eingeschüchtert und durch Gewalt an der Ausübung ihres Demonmstrationsrechts gehinderet werden. Damit wird aber ein zentrles Grundrecht der Demokratie unterhölt,da ist es dann auch Egal ob dies in Kehl Straßburg oder Teheran geschieht.Das Ergebnis ist das selbe.

Einschränkend möchte ich aber hinterher schicken, das die Polizei selbstverständlich das Recht hat sich gegen Gewaltbereite Chaoten zur Wehr zu setzen. Wer Vermummt und mit einem Sack Ziegelsteine bewaffnet nach Straßburg einrückt, dem geht es nicht um die friedliche Ausübung seiner Verfassungsmäßigen Rechte, der will Krawall machen und sonst nichts. Allerdings ist auch hier die Verhältnismäßigkeit zu wahren.

Fazit:

Ich bin Gegen Grundrechtseinschränkungen vor Demonstrationen,sowie gegen Grundlose Gewalt gegenüber friedlichen Demonstranten. gewalt ist nur gegen Steinewerfer aus dem Schwarzen Block zu einem gewissen Gerade legitim, und selbst hier ist die Verhältnismäßigkeit zu wahren. Auch der Linksextreme Chaot hat ein verfassungsrechtlich verbrieftes Recht auf Körperliche unversehrtheit, und darf deshalb nicht mehr verletzt werden als unbedingt nötig. Dieses Recht hat natürlich auch der Polizist.

Letztlich müsste in einem funktionierenden Staat beiden Seiten der Prozess gemacht werden. Die Realität zeigt aber das meistens zwar der Schwarze Block verklagt wird, brutale Polizisten aber meist ungeschoren davon kommen.Warum das so ist müsste man mal untersuchen. Meine Vermutung ist, das ein gewisser Chorgeist die Polizisten vor Strafe schütz, getrau dem Motto Kollegen werden nicht reingeritten.Alles in Allem ist mehrt Dialog zwischen dem Saat und den Protestbewegungen wohl der einzige Weg, wobei ich zugebe das hier ein gewisser utopischer Überschuss mitschwingt.

Sonntag, 28. Juni 2009

Volker Pispers zur Internetzensur

Das ich Gegen die in diesem Land kürzlich verabschiedete Internetzensur bin, habe ich ja bereits hinlänglich dargelegt. Vergleiche dazu hier und dort Die Einschränkung der Freiheit des Netzes ist auch der Grund warum ich bis auf weiteres die SPD boykottieren werde.Meine Geduld mit dieser im Siechtum befindlichen Partei ist aufgebraucht. Wie erbärmlich der Zustand der SPD ist zeigt für mich die Tatsache, das sich mittlerweile eine SPD Arbeitsgemeinschaft namens SozialdemokratInnen in der SPD gegründet hat. Eine gekonnte Provokation der Parteispitze.Leider reicht es nicht auf die SPD zu schimpfen, auch die Grünen haben sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Von CDU/CSU will ich garnicht reden.

Kurz und gut die Lage in diesem Politikfeld ist betrüblich, und es ist an der Zeit sich mit ein bischen Kabarett zu trösten. Diesen Job übernimmt Volker Pispers, der meiner Ansicht nach zu den besten seines Fachs in Deutschland zählt. Er rechnet erfrischend mit Madame Van der Leyen ab.

Viel Vergnügen!



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Dienstag, 23. Juni 2009

Mit der SPD bin ich fertig!

Mein Verhältnis zur SPD war schon immer zwiespältig. Erstens waren Sozialdemokratische Positionen die ersten mit denen ich in Berührung kam. nicht zuletzt weil meine Eltern beide Sozzialdemokraten sind.Geprägt dadurch aber auch aus eigenem Antrieb habe ich die SPD bislang alle Grausamkeiten verziehen.

Angefangen bei Hartz 4, den vielen Anti-Terror Gesetzen, der fragwürdigen Zustimmung zum Tornado Einsatz,bis hin zu der an sich auch schon inakzeptablen Online-Durchsuchung.Allerdings hat meine  Geduld Grenzen, und die sind jetzt erreicht.

Das die SPD die völlig sinnlose Internet-Zensur mit trägt bringt das Fass zum Überlaufen. Hier geht es nicht um Kinderschutz, schließlich bleibt der Schmutz ja Online und ist lediglich etwas schwerer erreichbar, sondern vielmehr um den Aufbau einer staatlichen Zensur Infrastruktur.

Wie recht die Gegner der Zensur damit haben zeigte sich ja bereits einen Tag nach der Abstimmung, als der Baden-Württembergische CDU- Generalsekretär Thomas Stobl just forderte die Zensur auf Killerspiele auszuweitenAuch der Innenpolitische Sprecher der SPD Bundestagsfraktion Wifelspütz ist der Meinung man solle schnellstens auch andere kriminelle Inhalte sperren.

Was da entsteht ist eine Tyranei des Guten,in der Der Staat bestimmt was dem Internetuser zumutbar ist und was nicht.Selbstverantwortung Ade. In China wird übrigens genauso argumentiert.Der Staat hält das Netz frei von bösen Inhalten. 

Es zeigt sich also welch Büchse der Pandora hier geöffnet wurde, und es ist klar, das die Sozialdemokratie lieber gefährlich Symbolpolitik macht,statt die Verfassung und die Bürgerrechte zu schützen.

Ich stehe für diese Politik nicht mehr bereit. Der erste der dies zu spüren bekommen wird ist der hiesige SPD Bundestagsabgeordnete Bartol,der  noch nicht einmal den Mum aufbrachte sich zu enthalten.Kurz und Gut mit den Sozen bin ich bis auf weiteres fertig!

Freitag, 19. Juni 2009

Medienmacht und mediale Kreuzzüge in Lateinamerika

Schon einige male habe ich in den vergangen Jahren das Bolivarische Projekt von Hugo Chavez kritisiert. Dies Kritik behalte ich auch weiterhin aufrecht. Ich bin und bleibe der Ansicht, das sich autoritäre Anwandlungen, wie die Absetzung missliebiger Richter oder die Tatsache das sich  ein großer Teil des Umbaus eben nicht Bottem Up sondern im Gegenteil Top Down vollzieht, nicht mit den Basisdemokratischem und Revolutionärem Anspruch des Projekts vertragen. Richtig ist aber auch, das es der Chavismus mit einem hoch aktivem und politisch zu allem entschlossenen Konglomerat mehrer Medienkonzerne zu tun hat.

Das Folgende Feature des Deutschlandfunks mit dem Titel Lateinamerikas Medienkonzerne gibt hier eine sehr interessanten Einblick. geschildert werden nicht nur die aktuellen Venezolanischen Verhältnisse, sondern auch die Lage in weiteren Staaten des Subkontinents. Dabei werden auch historische Einschübe, wie etwa die Rolle der Medien Beim Stürz Salvador Allendes 1973 nicht ausgespart.

Auch wenn das Feature insgesamt die Kritik an der Opposition ins Zentrum stellt,werden jedoch angenehmerweise auch die Schwächen der vorhandenen Gegenmacht in Venezuela nicht ausgespart. Es kommt also durchaus zur Sprache, dass viele Kommunale und Kooperative Radios in Venezuela trotz offiziell gewährter Unabhängigkeit Eingriffen durch den Staat ausgesetzt sind, und somit häufig echte Debatten verhindert werden.

Meine Kritik am System scheint also weiter berechtigt, Alles in allem ein sehr gutes Stück engagierter Radio Journalismus, den ich mir in dieser dezidiert Linken Ausprägung vom Deutschlandfunk nicht erwartet hätte.Ich empfehle jedem interessierten sich die Dreiviertelstunde Zeit zum Hören zu nehmen.



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Donnerstag, 18. Juni 2009

Iranische Geistlichkeit im Wartestand

Und weiter geht es mit meiner mittlerweile täglichen Reflexion und kleinen Zusammenfassung der Ereignisse, im Iran Thema des heutigen Posts soll die Geistlichkeit sein. Diese Nimmt in einer Theokratischen Republik logischerweise eine zentrale Stellung ein. Ihr Machtzentrum liegt dabei nicht in Teheran sondern in der 132 Kilometer südlich gelegenen Stadt Ghom.Hier sind die tehologischen Hochschulen des Iran,hier schlägt gewissermaßen das Theologische und spirituelle Herz der islamischen Republik.

Dies merkt man der Stadt auch deutlich an, den sie ist extrem Konservativ, groß Heiß und ziemlich hässlich. Abgesehen von Maschad habe ich nirgends im Iran so viele Voll verschlerte Frauen gesehen. Aufgrund dieser Tatsachen könnten sich alle bisherigen Präsidenten stets auf Unterstützung durch die Tehologen Verlassen, wobei Ahmadineschad für sie wohl eher Mittel zum Zweck war um die Wahl eines gemäßigten Nachfolgers des ungeliebten Chatamie zu Verhindern.Chatami selbst dürfte 2005 nach zwei Amtszeiten nämlich nicht mehr antreten Ansonsten aber war und ist der ehemalige Kommandeur der Revolutionsgarden den Geistlichen eher suspekt.

Dennoch ist es interessant und auch erstaunlich zu erleben wie sich die Geistlichen in Ghom nun verhalten. Sie befinden sich, so meine Wahrnehmung in einer Art Wartestand. Bis auf einen Ayatollah haben bislang alle führenden Theologen des Iran Ahmadineschad die sonst üblichen Glückwünsche zur Wahl verweigert, so berichtet es zumindest Peter Metzger, ARD Korrespondent in Teheran in folgendem Video. Das schaltgespräch mit Metzeger beginnt übrigens bei 2:20 min.

video

einige geistliche haben sich auch schon offen auf die Seite der Opposition gestellt, wobei einem Mann besonders Gewicht zukommt. Es handelt sich dabei um Großayatollah Hussein Ali Montazeri. dieser ist nicht irgendwer.sondern äußerst Populär. Er war Teil der engsten Machtelite und wurde 1985 gar zu Chomeins Nachfolger auf den Posten des obersten Rechtsgelehrten bestimmt. Kurz vor dessen Tod wurde er dann wegen Kritik an Menschenrechtsverletzungen abgesetzt und lebt seit 1997 unter Hausarrest (Vgl.Wikepedia) Nun hat er die Präsidentenwahl in einem offenen Brief auf seiner Webseite scharf kritisiert. und das derzeitige Regime gar als Rechtswidrig bezeichnet. Eine Englische Übersetzung des Briefes findet sich an dieser Stelle

Unterdessen ist die Verhaftung des Populären Reform orientierten geistlichen und ehemaligen Vize Präsidenten Mohammed Ali Abtahi auf seiner übrigens auch in englisch verfügbaren Webseite bestätigt worden.

Die alles Zeigt Irans religöse Elite ist gespalten. Während eine anscheinend kleine Minderheit Ahmasineschad die Treue hält,wartet ein großer Teil ab, vermutlich um abzuschätzen mit welcher Strategie sich die aktuelle Krise am ehesten überleben lässt. Eine Kleine Gruppe hat den Rubikon aber bereits überschritten, darunter mindestens Montazeri Abtahi und Mehdi Karubi, der zweite reformorientierte Präsidentschaftskandidat, der ebenfalls Kleriker mit dem Rang eines Hodschatoleslam val Moslemin ist.

Trotz aller gebotenen Vorsicht dürften all dies Vorgänge  meiner Meinung nach die Chancen auf substanzielle Erfolge für das Reformlager deutlich erhöhen.