Gesehen Blood Diamond



An dieser Stelle soll der Film Blood Diamond  aus dem Jahr  2006, Regie Edward Zwick Hauptrollen Leonardo Di Caprio und  Jennifer Cornelly Vorgestellt. Werden.Thema des Films ist, wie der Titel bereits sagt der Handel mit Blutdiamanten. Jedoch wird auch das Problem der Kindersoldaten in Afrika und  vermittelt über das Thema Blutdiamanten auch das Problem von  Gewaltökonomien und sich selbst finanzierender Kriege angesprochen. Gemeint sind damit Situationen, in denen meist durch den Westen Verhältnisse geschaffen werden, in denen sich Kriege ökonomisch so sehr lohnen, dass der Krieg selbst den Krieg finanziert, und somit wenig Anreize für einen Friedensschluss bestehen. Für die Friedens-Und Konfliktforschung sind solche Konflikte mit am Schwierigsten  friedlich beizulegen.

Der  rund 2 Stündige Film spielt vor dem Hintergrund des Bürgerkrieges in Sera Leone und verschränkt die Schicksale des Söldners und Diamanteinschmugglers  Denny Archer,gespielt von Leonardo Di Caprio und des Fischers  Solomon Vandy(Djimon Hounsou) Dessen Dorf wird zu Beginn des Films durch die Rebellenarmee RUF niedergebrannt. Seine Frau und seine Kinder können fliehen, wobei sein ältester Sohn später durch die RUF entführt und zum Kindersoldaten Zwangsrekrutiert wird Vandy selbst muss für die Rebellen Zwangsarbeit in einer Diamantenmine leisten. Zufällig findet er Dabei einen 100 Karat Diamanten und Kann diesen gerade noch vergraben, ehe Regierungstruppen die Mine einnehmen und  ihn festnehmen.

 Im Gefängnis trifft er auf Archer, der derweil wegen Schmuggels festgenommen wurde.Dieser erfährt von dem Stein,und fasst den Entschluss den Stein Vorbei an seinem Auftraggeber und Ziehvater Coetzee und dessen Söldner unternehmen an sich zu bringen. Mit dem Geld aus dem Verkauf des Steins will sich Archer aus Afrika absetzen. Solomon Wiederum will vor allem seien Familie wiederfinden. Also schließen beide Seiten ein Zweckbündnis. Solomon soll Archer zum Diamanten führen, dafür hilft Archer Solomon seine Familie zu retten.

Dritte Im Bunde ist die Journalistin Maddy Bowen (Jennifer Cornelly ) Diese Recherchiert über die Hintergründe des Handels mit Blutdiamanten, und versucht Archer als Kronzeuge gegen das Unternehmen Van de Kap  für sich zu gewinnen. So ziehen die drei also durch das von Kriegswirren zerrissene Sierra Leone, jeder mit seinen eigenen Zielen, und doch als Gruppe vereint und zunächst mit überleben beschäftigt.

Auf einer weiteren Erzählebene verfolgt der Film außerdem den Überlebenskampf der Familie Solomons und seines ältesten Sohnes. Eindringlich wird dessen Gehirnwäsche durch die RUF Rebellen  während seiner „ Ausbildung“ zum Kindersoldaten dem Zuschauer vor Augen geführt.

 Insgesamt entsteht so ein atmosphärisch dichter und  spannender Hollywood Thriller, der zugleich reale Probleme in das Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit rückt und seinen Zuschauer dadurch auch ein wenig bildet.  Blood Diamond ist Hollywoodkino der besseren Sorte.Dieser Blog vergibt 4 von 5 möglichen Sternen, spricht also eine klare Empfehlung aus.


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Google Doodle für Miriam Makeba !



Vor gut einer Woche hat Google Miriam Makeba mit dem unten stehenden Doodle geehrt. Diese wäre am 4.März 81 Jahre alt geworden. Makeba  wuchs in einem Township bei Johannesburg auf. Sie war eine der Vorkämpfer gegen die Apartheid und trat unter anderem 1988 auf dem Solidaritätskonzert anlässlich  von Nelson Mandelas 70. Geburtstag auf. 1990 kehrte sie auf Bitten Mandelas nach 30 Jahren Exil in den USA mach  Südafrika zurück.2005 kündigte sie ihren Rückzug von der Bühne an und starb 2008 unerwartet, kurz nachdem sie auf einem Benefizkonzert einen Herzinfarkt erlitt.




Ihr wohl legendärer Song ist Pata Pata der als eine der Hymnen gegen die Apartheid schlechthin gilt. Da eine Grafik allein ein bisschen langweilig ist, möchte ich diesen tollen Song mit meinen Leser_Innen teilen. Mir macht das Lied regelmäßig gute Laune. Ich hoffe es geht dem einen oder anderen vielleicht ähnlich und wünsche viel Vergnügen mit dem Song von 1967




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Miss Marple auf afrikanisch- Eine Detektivin für Botswana!



Heute möchte ich eine wahre Serienperle vorstellen, die leider nur aus 7 Folgen besteht und deshalb nur noch kommenden Donnerstag um 20:15 in einer Doppelfolge auf Arte läuft. Es handelt sich um die Serie eine Detektivin für Botswana (englischer Originaltitel No.1 Ladies' Detective Agency), Man kann sie durchaus als eine charmanter Antwort Afrikas auf  Agatha Christies Miss Marple ansehen.

Erzählt wird die Geschichte der Precious Ramotswe Sie eröffnet die erste weibliche Detektei Botsweanas nachdem ihr Vater gestorben ist und sie die Ehe mit einem gewalttätigen Mann überstanden hat.Die ist von der Statur her eine typische afrikanische Mama, was anfangs zu der wenig schmeichelhaften Bemerkung führt, ein Elefant habe es leichter sich zu tarnen als sie.Dafür bringt Mama Ramotswe wie sie von ihrer Umwelt durchweg genannt wird allerdings andere Qualitäten mit .Zu nennen sind vor allem Beobachtungsgabe, Intelligenz, einen Sinn für Gerechtigkeit - und vor allem eine geradezu unermüdliche Beharrlichkeit und Hartnäckigkeit.Da sie über keine formale Ausbildung verfügt, hält sie sich an ihren eigenen Leitfaden, das Ratgeber-Buch „The Principles of Private Detection,aus dem sie immer wieder zitiert. Trotz dieses formalen Mangels und der anfängliche Ablehnung durch ihre Umwelt macht sie sich an die Arbeit.

Gemeinsam mit ihrer Sekretärin, der etwas komplexe behafteten, aber trotzdem gutherzigen Grace Makutsi,dem bodenständigen (und in Precious verliebten) Automechaniker JLB Matekoni und BK , dem schwulen Friseur aus der Nachbarschaft, begibt sich Precious an die Lösung der kleinen und großen Fälle ihrer Detektei: Vom entlaufenen Hund über den entlaufenen(und vom Krokodil gefressenen) Ehemann bis hin zur Kindesentführung und deren gefährlichen Hintermännern ist alles dabei. Die Fälle sprühen dabei vor Charme und Witz,und  man lernt auch einiges über die Kultur Botswanas und Afrikas insgesamt.Mama Ramotswe löst ihre Fälle dementsprechend meist auch nicht wie ein gewöhnlicher TV Ermittler, sondern in der Regel mit einer Mischung aus Weisheit, charmanter Erpressung und afrikanischer Tradition.

Mich begeistert die Serie und ich kann sie jedem der etwas für Afrika und Krimis übrig hat nur empfehlen. Also schaltet nächste Woche arte ein oder bedient euch bekannter nicht ganz legaler Methoden. Leider ist scheinbar nicht geplant die für Arte synchronisierte Serie auf DVD zu veröffentlichen.Allerdings gibt es die Serie auf Englisch auf DVD in Großbritannien. Auch dort ist sie aber offenbar nur noch über den Amazon  Marketplace verfügbar. Wer  die Serie wie ich gerne im Regal haben möchte muss also a) einiges hinlegen und sich b) beeilen, bevor sie vielleicht endgültig vom Markt verschwindet.Schade ist auch, dass die Serie welche von HBO und der BBC produziert wurde bereits nach einer Staffel eingestellt wurde. Allerdings war sie in Großbritannien so erfolgreich, dass derzeit eine Fortsetzung in Form von Fernsehfilmen in Planung ist. Es gibt also Hoffnung auf Nachschub für alle aktuellen und künftigen Fernsehfans von mama Ramotswe.

Wer nicht so gerne in  die Glotze sondern lieber in Bücher schaut, kann auch dass den die Serie basiert auf  der Romanreihe „Mma Ramotswe“ des Britisch-Rhodesieschen  Autors Alexander McCall Smith. Die Bücher habe ich zwar noch nicht gelesen, aber auch sie sind sicher ein Genuss.

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Ägyptens Revolution erleidet erste Rückschläge



Die Ägyptische Revolution ist mittlerweile  etwas älter als einen Monat. Inzwischen muss konstatiert werden, dass die Jungen revolutionäre Graswurzelbewegung des 25.Januar erste Rückschläge  erleidet. Zum einen sind nach einem Bericht von Telepolis seit Ende Februar diverse Protestierende durch das Militär gefoltert udn teilweise von Militärgerichten im Schnellverfahren zu Haftstrafen verurteilt worden .Dies sorgt innerhalb der Bewegung für einen regelrechten Schockzustand.Nachdem sich das Militär am 11. Februar auf die Seite der Revolution gestellt hatte und teilweise sogar mit Vertretern der Protestkomitees direkt verhandelt hatt hielt man ein solches Verhalten des Militärs schlicht für Undenkbar. Positiv ist allerdings das die gefolterten direkt nach ihrer Entlassung ihre Folterung über soziale Netzwerke öffentlich machten. Öffentlichkeit ist ja ein wichtiges Element der Demokratie und wird hoffentlich dafür sorgen dass sich einerseits  das Militär zurück nimmt, und andererseits Die Bewegung ihr Verhältnis zum Militär überdenkt und den Prozess hin zur Demokratie  noch entschlossener überwacht.Die Menschenrechtslage bleibt also auch nach der Revolution schwierig,aber Mentalitäten zu verändern geht nicht über Nacht ,sondern  dauert  Jahre oder gar  Jahrzehnte

Zum Zweiten hat die Revolution aber auch ihre erste Handfeste politische Niederlage erlitten, Am Wochenende fand in Ägypten ein Referendum Statt. Hier wurden  8 Verfassungszusätze mit einer überwältigenden Mehrheit von 77% gebilligt,welche die Alte Verfassung vor allem im Bereich Wahlrecht Amtszeit des Präsidenten und Zulassung von Parteien reformieren . Eine englischsprachige Zusammenfassung der Zusätze gibt es hier.Damit ist zugleich der Weg für baldige Parlaments und Präsidentschaftswalen frei. Die Graswurzelbewegung des 25.Januar hatte im Gegensatz dazu für eine Ablehnung der 8 Zusätze gekämpft und wollte vor Wahlen zunächst eine gänzlich neue Verfassung schreiben.

Als  Konsequenz daraus ist, der Analyse Thomas Panys  zuzustimmen  dass die Graswurzelbewegung des 25.Januar  nun vor der Aufgabe steht sich zu einem schlagkräftigen politischen Block zu formen.Sie muss sich ihrer Minderheiten Position bewusst werden und nach Mehrheiten  für ihre säkulare Zielsetzung zu kämpfen. In die selbe Richtung zielt auch ein  von Pany zitiertes Posting des ägyptischen Bloggers Sandmonkey.Insgesamt bleibt es also spannend am Nil . Ägyptens Weg in die Demokratie hat gerade erst begonnen und konnte noch recht lang werden.

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Der Zenga Zenga Song



Der Aufstand in Libyen schreitet weiter voran, und mittlerweile scheint es nur noch eine Frage von Tagen bis Muammar al-Gaddafis Regime stürzt. Zumindest berichtet die Taz davon, dass die Oposition weiter auf Tripolis vorrückt, während im befreiten Bengasi bereits an einer Übergangsregierung gebastelt wird. 

Unterdessen wird der Despot ein letztes mal zum Star, und zwar als Witzfigur.Der Israeli Noi Alusch hat basierend auf Gaddafis letzter bizarrer Wutrede ein amüsantes Video gebastelt den sogenannten  Zenga Zenga  Song. Darin wird der Diktator zum Hampelmann begleitet von leicht bekleideten Tänzerinnen.. 

Viel Spaß mit dem Song !





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Ägypten (k)eine weitere Revolution in Nordafrika?



Seit gestern Abend ist Husni Mubarak nicht mehr Staatspräsident Ägyptens und aller Orten ist von der Ägyptischen Revolution zu lesen. Die Frage welche ich hier aufwerfen möchte ist nur ob es sich wirklich um eine Revolution handelt.Ich meine im Moment ist es noch zu früh von einer wirklichen Revolution zu sprechen. Natürlich ist es eine tolle und auch zweifelsohne historische Leistung des Ägyptischen Volkes das es ihnen tatsächlich gelungen ist den Despoten Mubarak zu beseitigen.Eine Revolution ist das aber noch nicht. Ägypten ist vielmehr erst einmal eine Militärdiktatur Ob sich daraus eine Demokratie entwickelt gilt es in den kommenden  Monaten zu beobachten.

Man darf nicht vergessen, dass das Militär einen enormen Wirtschaftlichen Einfluss verfügt. Sie besitzen diverse Fabriken und haben Anteile im Tourismus. Paul Amer beschreibt das Militär als  selbstbewussten Nationalkapitalistn Nicolas D. Kristof Kolumnist der New York Times warnt ausdrücklich vor einer Fortsetzung des Regimes ohne Mubarak.Gerade Generäle hätten sich massiv bereichert und ein ökonomisches Interesse an unfairen und repressiven Strukturen. Glaubt man dem Guardian war das Militär in den letzten Wochen auch an Folter beteiligt.

Man sieht also das Militär hat bei weitem keine weiße Weste.Die Protestbewegung sollte wachsam bleiben und weiter Druck auf der Straße entfalten damit am Ende der Entwicklung tatsächlich eine Demokratie steht und keine autoritäre Diktatur reloaded. Ich wünsche der Demokratiebewegung weiterhin die Kraft die es bracht um eine erfolgreiche Transformation bis zum Ende durchzusetzen.

Erst einmal ist es aber Zeit sich zu freuen.Ich habe ein schönes Freiheitslied aufgetan  mit dem ich diesen Beitrag schließen möchte  Alles gute für die Revolution! Freedom is Calling !




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via  MEI Editors Blog 


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Erst Tunis jetzt Kairo?



Die Ereignisse in Ägypten nehmen weiter ihren Lauf und im Moment schätzen alle, dass sich  Morgen alles Entscheidet den die Opposition hat zum Marsch der Millionen und einen Generalstreik aufgerufen. Unterdessen hat die Armee erklärt nicht auf das Volk schießen zu wollen. Durchaus denkbar also dass das Regime Morgen endgültig kollabiert, den wie sich Mubarak ohne seine Armee halten will ist mir nicht ersichtlich, den mindestens seit 1952 bestimmt in Ägypten die Armee wer die Macht hat.

Um so dringender stellt sich die Frage, was in Ägypten nach Mubarak passieren kann.

Unter anderem darüber  diskutieren  im SWR 2 Forum, das allerdings schon Freitag ausgestrahlt  und daher etwas von der Gegenwart überholt ist  folgende Gesprächspartner:


Dr. Asiem El Difraoui, Stiftung Wissenschaft und Politik, Berlin

Julia Gerlach, Korrespondentin, Kairo

Prof. Dr. Gudrun Krämer, Islamwissenschaftlerin, Freie Universität Berlin

Gesprächsleitung Ursula Nusser 

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stürzt Mubarak?



Seit drei Tagen steht nach Tunesien jetzt auch  unverhofft Ägypten in Flammen.Da die Lage inzwischen vollkommen unübersichtlich geworden ist, ist es sehr schwierig die Lage in einem kleinen Blogpost  zusammenzufassen oder vernünftig zu analysieren.Deshalb beschränke ich mich darauf einige Gute Nachrichten Quellen und Analysen Zusammenzutragen 

Einen guten Überblick über die Ereignisse des Tages gibt zum Beispiel ein Artikel der Taz. Wer sich einen Überblick über die Ereignisse der letzten Tage verschaffen will und zu faul ist englische Artikel zu lesen, dem empfehle ich das Blog von  Karim El-Gawhary dem Kairoer Korrespondenten der Taz. Hier geht es direkt zu den aktuellsten Einträgen  zu Ägypten. Eine sehr gute stets aktuelle Quelle in englischer Sprache ist der Blog von Michael Colins Dunn dem Herausgeber des renommierten Middle  East Journal aus Washington.Weiterhin dürfte es derzeit keine bessere Quelle als den englischen Dienst von Al-Jazera geben, den diese sind ständig mit Korrespondenten vor Ort und berichten ununterbrochen. 

Interessant finde ich übrigens dass das Regime neben dem Druck auf der Straße offenbar auch wirtschaftlich unter Druck gerät. Zumindest weist Telepolis darauf hin, dass  bereits eine massive Kapitalflucht aus Ägypten eingesetzt habe. Dies wäre fatal für ein Land das im Gegensatz zu den Golfmonarchien über kein Öl verfügt. Die Möglichkeiten Soziale Spannungen über die Verteilung von Renten zu kanalisieren sind also nicht bzw. nur eingeschränkt gegeben, den Ägypten hat zwar keine Ölrente, erhält aber Entwicklungsgelder und strategische Renten aus dem Ausland.

Viel dürfte nun von den Sicherheitskräften und der Armee abhängen. Sollte sie sich weigern Demonstranten zusammen zu schießen dürfte sich Mubarak nicht mehr allzu lange halten,den er stützt seine Macht im wesentlichen auf Armee und Polizei.Al-Jazera meldet bereits das sich teilweise Soldaten mit den Protestlern verbrüdert haben sollen.träfe dies zu würde dies für einen allmählichen Zerfall des Regimes sprechen. Was gerade in Ägypten passiert ist erstaunlich weil nach der Revolution in Tunesien große Einmütigkeit darüber herrschte das ähnliches in Ägypten unmöglich oder zumindest sehr unwahrscheinlich sei. Noch wissen wir nicht ob der Revolte in Ägypten ein ähnlicher Erfolg beschieden sein wird wie der Tunesischen Revolution, ausschließen möchte ich aber heute Abend nichts mehr.Times are Changing 

Es scheint so als sei 2011 das Jahr der Umwälzungen im Nahen Osten. Als großer Iran Fan frage ich mich jetzt natürlich ob die Grüne Bewegung durch die Vorgänge in Tunesien und Ägypten vielleicht neuen Mut schöpft und einen neuen Anlauf für Proteste nimmt. So oder so die Ereignisse sind spannend und beweisen mir dass ich mir die vielleicht spannendste Weltregion als Forschungsschwerpunkt ausgewählt habe. Ich bleibe dran und Drücke den Tunesiern und Ägyptern die Daumen das sich alles zu ihrer Zufriedenheit fügt. 

Update sehr nett und zum Thema passend ist noch der folgende Artikel in dem Karim El-Gawhary die Auswirkungen der Aktuellen Revolten nachdenkt. Seiner Meinung nach hat nicht weniger als einen neue Zeit in der Region begonnen, hoffen wir das er recht hat und die Region zu mehr Wohlstand Frieden und Freiheit findet.

     
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Wie geht es weiter in Tunesien ?



Seit zwei Tagen ist Tunesiens Langzeit Präsident Ben Ali nicht mehr im Land. Das ging schneller als die meisten gedacht hätten. Die offene Frage ist allerdings wie es in dem Nordafrikanischen Land jetzt weitergeht.Bei der Beurteilung dieser Frage darf man nicht vergessen, dass zwar Ben Ali weg ist, sein System aus Polizei und allmächtigem Geheimdienst ist aber nach wie vor vorhanden laut. Taz  wird zwar   Vordergründig ein geordneter Übergang organisiert der sich in der Wahl des bisherigen Parlamentspräsidenten Mebazaa zum Übergangspräsidenten und der Ankündigung von Ministerpräsident Mohammed Ghannouchi zur  Bildung einer Regierung der Nationalen Einheit zeigt. 


Andererseits aber deuten diverse aktuelle Analysen   auf einen Machtkampf in Tunesien hin der sich offenbar zwischen der Armee auf der einen Seite und Polizei und Geheimdiensten auf der anderen Seite abspielt.Auch der  Machtapparat der bisherigen Regierungspartei RCD darf nicht vergessen werden.Es ist durchaus denkbar, das die alten Eliten die kommenden 60 Tage bis zur angestrebten Neuwahl dazu Nutzen wollen  die eigene Macht abzusichern, Die Folge wäre das Tunesien im März zwar einen neuen Präsidenten aber noch immer keine Demokratischen Verhältnisse im Land hat. Kurz und Gut die Jasminrevolution muss weiter Druck auf den  Straßen entfalten. Der Kampf um ein demokratisches Tunesien  ist noch nicht gewonnen.Ich glaube Im Gegenteil,dass er gerade erst begonnen hat.

Interessant ist auch eine Aktuelle Radiodebatte zum Thema

Unter dem Titel der Aufstand der Jungen-

Welche Folgen hat der Aufruhr in Tunesien?

Diskutieren im SWR2 Forum:  

Dr. Asiem El Difraoui, Politikwissenschaftler und Filmautor, Berlin
 


Prof. Dr. Werner Ruf, Politikwissenschaftler, und Maghreb Experte,Kassel
 


Dr. Guido Steinberg, Islamwissenschaftler, Stiftung Wissenschaft und Politik, Berlin



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Tunesien im Volksaufstand



Tunesien gilt in der Wahrnehmung vieler Deutscher und Europäer als ruhiges und modernes Urlaubsland. Übersehen wird dabei, dass es sich um eine mit drakonischen Mitteln erkaufte Friedhofsruhe  handelte, die kaschiert dass in Tunesien außerhalb der Touristenzentren eine siebzig prozentige Arbeitslosigkeit herrscht.Macht man sich nun klar das über 70% der Tunesier und Tunesierinnen unter 30 sind wird klar welch sozialer Sprengstoff hier tickt.Dieser Sprengstoff ist am 17.12.2010 hochgegangen, als sich der Arbeitslose Akademiker  Mohammed Bouazizi  mit Benzin übergoss und wenig später starb. Auslöser seiner Verzweiflungstat war die Beschlagnahme seines Obststandes durch die Polizei.

Seitdem ist In Tunesien die Hölle los. Bei Massendemonstrationen wurden bisher dutzende  Menschen getötet. Das Regime reagiert einerseits mit harter Hand und stellt die Protestler Kurzerhand mit Terroristen auf eine Stufe die vom Ausland gesteuert würden, anderseits spricht Präsident Ben Ali großmäulig von bis zu 300.000 neuen Arbeitsplätzen die bis 2012 entstehen sollen. Während alles andere als klar ist ob Ben Alis Versprechungen die Situation noch beruhigen können,kann sich Ben Ali auf die Unterstützung der EU verlassen, Die EU schätzt Tunesien indem über 2700 Joint Ventures aktiv sind als sicheres Investment, und zwar ungeachtet der katastrophalen Menschenrechtslage im Land. Auf dieses Faktum weist auch die bekannte tunesische Menschenrechtlerin Sihem Bensedrine in einem lesenswertem Interview hin. Wie schon 2009 im Iran vernetzen sich die Protestler  auch in Tunesien fleißig via Facebook und Twitter  . Ob diese Strategie wesentlich erfolgreicher und langlebiger als im Iran sein wird  bleibt abzuwarten ich persönlich glaube aber dass die Regierung das Problem Internet mindestens auf mittlere Sicht in den Griff bekommt.

Kaum einzuschätzen ist ganz generell wie es weitergehen kann. folgt man Christopher Alexander  kann die wende in Tunesien Jahre dauern, weil die völlig marginalisierte Opposition erst einmal Zeit benötigt sich zu organisieren.Alternativ hält es Alexander aber auch für möglich dass ein neuer Autokrat das Ruder übernimmt.So oder so wird in Tunesien in nächster Zeit wohl vieles in Bewegung bleiben. Ich werde versuchen die Entwicklung weiter zu beobachten. Macht man sich jetzt noch klar, dass es parallel auch Unruhen in Algerien gibt  zeigt sich das der Maghreb insgesamt  brennt.

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Südsudan vor dem Abenteuer Unabhängikeit


Weitgehend unbemerkt von den Mainstream Medien zeichnet sich in Afrika gerade die Entstehung eines Neuen Staates ab. Noch bis Sonntag stimmt der Südsudan darüber ab, ob er eine autonome Region innerhalb des Sudan bleiben will, oder sich gänzlich von der Zentralregierung in Khartum ablöst. Dabei besteht kaum ein Zweifel daran,dass sich am Ende eine satte Mehrheit der Südsudanesen für das große  Abenteuer Unabhängigkeit entscheiden wird.

Der Neue Staat steht dann vor der schwierigen Aufgabe funktionierende staatliche Strukturen aufzubauen und vor allem das künftige Riesenland Infrastrukturell und ökonomisch zu entwickeln, von den zahlreichen Grenzstreitigkeiten mit dem Norden und den ethnischen Spannungen etwa zwischen den Nuer und den Dinka ganz zu schweigen. Auf die Väter des neuen Staates kommt also viel Arbeit zu und es ist zu hoffen, dass auch die Internationale Gemeinschaft weiter am Ball bleibt und den Südsudan nach Kräften beim Aufbau unterstützt. Vorerst herrscht aber erst mal große Begeisterung und Aufbruchstimmung über die die taz in einer schönen Reportage berichtet.  Ich wünsche dem Südsudan und seinen Menschen viel Glück und Geschick auf dem Schwierigen Weg in die Freiheit. Möge er ihnen vor allem friedlich gelingen.

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Der Flüchtling darf sich nicht bewegen

Das Aufkommen der Moderne hatte eine Reihe wichtiger Voraussetzungen. Darunter fallen die Abschaffung der mittelalterlichen Leibeigenschaft,die Durchsetzung von Niederlassungsfreiheit und vor allem der Freizügigkeit,also der Freiheit zu gehen wohin es einem beliebt. Erst unter diesen Voraussetzungen könnte sich die Moderne demokratische Gesellschaft entwickeln. Seitdem gilt die Freiheit bei der Wahl des Wohnortes und die Freizügigkeit als vornehmes Recht, das auch in allen Verträgen zur Europäischen Union und der Genfer Menschenrechtskonvention festgeschrieben ist.

Dies hindert allerdings niemanden daran Gesetze zu verabschieden die bestimmte Menschen von diesen elementaren Menschenrechten ausschließen.In Deutschland gilt dies seit 1982 für Flüchtlinge und Asylbewerber Welche drastischen Auswirkungen das hat kann man in einer aktuellen Story bei Telepolis nachlesen.

Das Problem liegt in der Sogenannten Residenzplicht, im Paragraphen 56 im Asylverfahrensgesetz verankert, der die Residenzpflicht vorschreibt.Residenzpflicht bedeutet hierbei dass die Flüchtlinge in Asylbewerberheime auf die einzelnen Landkreise verteilt werden. Dabei ist es ihnen Verboten den für sie zuständigen Landkreis ohne amtlichen Urlaubsschein zu verlassen. Diese Regelung verstößt wiederum gegen §13 der Genfer Menschenrechtskonvention, der eindeutig festschreibt das jeder Mensch das Recht auf Freizügigkeit hat.

Besondere Perfidie erhält das Gesetz dadurch, das Asylbewerberheime häufig in Wälder möglichst weit vom nächsten Ort und nahe an der Kreisgrenze errichtet werden. Da kann für den Flüchtling dann schon der Gang zum wenige hundert Meter entfernten Mc Donalds der dummerweise hinter der Kreisgrenze liegt zur Straftat werden.Auch alltägliche Besorgungen im Supermarkt im nächsten Ort sind häufig unmöglich,weil hierfür illegal die Kreisgrenze überschritten werden müsste .Im Extremfall wird die Bewegungsfreiheit eines Asylbewerbers also auf wenige hundert Meter eingeengt.

Weiterhin werden die notwendigen Urlaubsscheine offenbar willkürlich genehmigt oder verweigert.Oft erhalten Migranten sogar für sinnvolle Maßnahmen wie den Besuch von Bildungseinrichtungen in einem Nachbarkreis keine Genehmigung. Ihnen wird also jede Möglichkeit zur Eingliederung verweigert. Integration gehört ganz offenbar nicht zu den Zielen des Gesetzes. Eine weiter Unverschämtheit ergibt sich daraus, dass Flüchtlinge wenn sie den einmal das Glück haben sich legal aus ihrem Landkreis bewegen zu dürfen 10€ für einen Urlaubsschein zahlen müssen. Bei einem monatlichem Taschengeld von gerade mal 40€ ist das eine ganze Menge Geld.

Drastisch sind übrigens auch die Strafen für einen Verstoß gegen die Residenzpflicht. Sie reichen von Arbeitsstunden bis hin zu Gefängnisstrafen. Der Kameruner Felix Otto wurde kürzlich zu Acht Monaten Gefängnis verurteilt. Sein vergehen bestand lediglich darin sich seine durch die Genfer Konvention verbriefte Recht auf Bewegungsfreiheit herauszunehmen.Niemand wurde bestohlen verletzt oder sonst irgendwie geschädigt. Otto hatte lediglich das Pech in eine Polizeikontrolle zu geraten. Diese werden nach Berichten von Menschenrechtsorganisationen bei Afrikanern gezielt durchgeführt. Die Folge ist eine massive Stigmatisierung der Betroffenen.

In der Friedens und Konfliktforschung werden solche Zustände als strukturelle Gewalt bezeichnet. Passender erscheint mir allerdings der Begriff des institutionellen Rassismus. Schließlich werden hier Menschen aufgrund ihrer Herkunft diskriminiert. Es macht eben einen Unterschied ob man als EU-Bürger in die BRD einreist oder als afrikanischer Flüchtling, wobei hierzu ohnehin einiges Geschick gehört, den die Drittstaatenregelung gibt es ja auch noch.Ich Stimme deshalb Karl Koop von Pro Asyl zu, der bei telepolis folgendermaßen zitiert wird:


"Eine rassistische und stigmatisierende Politik" sieht Karl Kopp von der Menschenrechtsorganisation Pro Asyl mit der Residenzpflicht aufrechterhalten, weil den Betroffenen "elementare soziale Rechte" verweigert würden. Pro Asyl fordert die Abschaffung des Gesetzes. Mehr zivilgesellschaftlicher Protest könnte eine Weichenstellung dafür geben.


Die Flüchtlinge kommen nach Deutschland mit Hoffnungen und einer großen Bereitschaft, etwas Positives in die Gesellschaft einzubringen, aber dann werden sie per Gesetz daran gehindert, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Viele zerbrechen daran. In Europa ist diese Form der Abschreckung – über Jahre hinweg die Bewegungsfreiheit im Asylland zu verweigern- einzigartig. Zwar werden auch in anderen Ländern den Asylsuchenden Wohnorte zugewiesen, aber Sanktionen, um sie am Verlassen ihres Aufenthaltsortes zu hindern, die gibt es nur in Deutschland.
Karl Kopp

Mich bestärkt dies in meiner Ansicht, das es in Deutschland spätestens seit 1993 kein wirksames Asylrecht mehr gibt.Die Anerkennungsquoten des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge sprechen hier eine deutlich Sprache. 98% aller Anträge auf Asyl werden abgelehnt.Schluss mit der Residenzpflicht zurück zu einem Asylrecht das die Flüchtlinge schütz und nicht die Deutsche Mehrheitsgesellschaft
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Bloggen Ein Blick über den Tellerrand

Bloggen ist längst ein Internationales Phänomen, Blogs werden dabei unterschiedlich genutzt und haben auch unterschiedliche Stellenwerte. So erfüllen Blogs in Diktatorischen Staaten wie China Ägypten oder dem Iran die Funktion einer kritischen Gegenöffentlichkeit, oder ersetzen wie in den USA in der Tendenz die gedruckte Zeitung.

Es lohnt sich also auf diesem Blog einmal einen kurzen Blick über den Deutschen Tellerrand zu werfen.Dies tue ich indem ich auf drei nette Webresourcen verweise.

Zum Thema Iran lohnt sich ein Blick auf den kurzen Clip Iran a Nation of Bloggers, der die Wichtigkeit von Blogs in der Islamischen Republik kurz und knackig darstellt.



Interessant ist auch der Einblick in die Russische Blosphäre den Markus Beckedahl veröffentlicht hat. Ich wusste zumindest bis dahin rein gar nichts über das russische Web.

Zum Abschluss gibt es dann noch ein Interview zum Thema Blogs in Afrika ,welches mich doch sehr fasziniert hat, weil ich es interessant finde wie Kreativ hier mit dem Problem der schwachen Internetversorgung umgegangen wird.
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Indigo Girl

So und jetzt versuchen wir mal etwas was auf diesem Blog bisher noch kaum  stattgefunden hat. Musik beziehungsweise Musikvideos.

Wir starten dieses Experiment mit der Balade Indigo Girl von der Südafrikanischen Band Watershed, die damit im Jahr 2002 einen Hit hatte. Der Song ist jetzt alles andere als Avantgardistisch, aber allemal eine nette  Pop Ballade

Viel Vergnügen!

 

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Henning | , | 3 Kommentare

Der Flüchtling darf nicht zu dick sein

titelt die taz und berichtet von einem weiteren absurden Fall aus dem Kosmos des Deutschen Asylrechts. Aboubacar Wan ist Bürgerkriegsflüchtling aus Sierra Leone. Vor Vier Jahren erkrankte er an Diabetes. Eigentlich ist das nach Deutschem Recht ein Abschiebehindernis. Nicht so für die Behörden in Thüringen. Sie empfehlen wan einfach mehr Bewegung und argumentieren  Die Aussichten für ihn seien in seiner Heimat sogar besser,den die Ernährung sei dort schließlich nicht so Kalorienreich.Meiner Meinung nach ist das  widerlicher  Zynismus dem Deutsche Gerichte aber bereitwillig folgen.

Das Amt ist auch bereit dem Flüchtling sein Insulin in Sierra Leone zu bezahlen. Dumm nur, dass das Auswärtige Amt  Sierra Leone im Internet als Land mit einer "hoch problematischen" medizinischen Versorgung, mit nur wenigen akzeptablen Apotheken beschreibt. Es stellt sich die Frage, wo der Arme  Mann sein Insulin überhaupt her bekommen und zu welchen Ärzten er gehen soll .

Außerdem wird die Kostenübernahme daran geknüpft das Wan nicht dick werden darf. Er muss so das Gericht im Bereich eines Normalgewichts bleiben. Das bedeutet bei 1,79 Metern Körpergröße Größe minus 100 erhöht um höchstens 10 Prozent. Aufgrund der weniger Kalorienreichen Ernährung in seinem Heimatland besteht hier ja sicher keine Gefahr.

Ich frage mich ob hier ein Prinzip an einem Flüchtling erprobt wird, das dann später in die Krankenversicherung übertragen wird. Forderungen solcher Art gibt es ja immer wieder. Sollte dies irgendwann mal passieren wäre das Solidarprinzip der Krankenversicherung endgültig dahin,und ehrlich gesagt traue ich dies dieser Gesellschaft,die alles nur noch mit der Ökonomischen Brille sieht ohne weiteres zu.

Ansonsten schäme ich mich mal wieder nur dafür Deutscher zu sein. Ein wirklich funktionierendes humanes Asylrecht gibt es in diesem Land seit 1993 nicht mehr.
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EU Milchexportsubventionen Stoppen !


Neoliberale sind schlicht und einfach nicht lernfähig! Zu dieser Einsicht muss man gelangen wenn man sich auf die Fakten Einlässt die Campact mit seiner aktuellen Kampagne gegen EU Exportsubventionen für Milch benennt. Seit Januar Subventioniert die EU den Export des EU Milch-Ünerschusses in Entwicklungsländer.

Mal ganz abgesehen davon, dass es ökologischer Blödsinn ist Milch aus Europa nach Afrika zu verschiffen, drückt diese Politik die Preise für Milch auf dem Weltmarkt und zerstört die Kleinbäuerlichen Strukturen in Entwicklungsländern. Damit werden Grundlagen für eine Wirtschaftliche Entwicklung zerstört und Menschen ganz Real in Hunger und Elend gestürzt.Ein ums andere mal straft sich die Neoliberale Freihandels Ideologie selbst Lügen und zeigt dass es nicht um Freihandel mit fairen Marktbedingungen für Alle geht, sondern um die Aufrechterhaltung quasi Kolonialer Beziehungen die dem Westen die Möglichkeit einer billigen Ausbeutung des Kontinents sichern.

Ich bin nicht bereit mir Wehklagen über Afrikanische Wirtschaftsflüchtlinge anzuhören solange die Bedingungen global so sind wie sie sind. Viele auf Lampedusa und anderswo mögen Wirtschaftsflüchtlinge sein, doch ihre Existenz ist die logische und gerechtfertigte Quittung für inzwischen Über 30 Jahre Neoliberale Bigotterie.Solange wir unsere Politik nicht ändern werden die Flüchtlingsströme weiter anschwellen, und irgendwann wird auch die hoch gerüstete EU Grenzschutzbehörde Frontex schlicht überfordert sein. Nun aber genug Apokalypse kommen wir zurück zur Milch.

Besonders Pervers am Fall der Milchsubventionen ist zusätzlich auch noch das noch nicht mal Europäische Bauern sonderlich profitieren. Sie haben abgesehn von wenigen Exportorientierten Molkereien überhaupt nichts von dieser Maßnahme.

Dies alles sind gute Gründe die Oben angeführte Kampagne zu Unterstützen.Unterschreibt den Appell an die Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner und macht Druck damit dieser Wahnwitz abgeschafft wird. Für alle denen die Zusammenhänge Oben nicht Klar geworden sind hänge Ich das Video zur Kampagne an, das alle Fakten kurz und prägnant auf den Punkt bringt.



Ein zorniger Henning

Via Matthias
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Deutschland Schiebt Deutschen ab

Nun etwas aus der Kategorie Struktureller Rassismus. Gerson Liebl darf kein Deutscher werden, obwohl er der Enkel eines Deutschen Kolonisten ist, der als Arzt in das Heutige Togo kam und 1908  eine Häuptlingstochter ehelichte. Eigentlich also ein Klarer Fall sollte man meinen, schließlich reicht nach Deutschem Recht ein Deutscher Elternteil um Deutscher zu werden.

Nicht so bei Gerson Liebl. Bei ihm greift unabhängig vom Staatsangehörigkeitsrecht  das  "Schutzgebietsgesetz" aus dem Jahr 1900. Dieses enthält  Regelungen für Eheschließungen zwischen "Eingeborenen" und "Nichteingeborenen", nicht aber für Eheschließungen zwischen beiden Gruppen. Dies hatte seiner Zeit klar rassistische Intentionen und ist bis Heute gültig.für Leibl hat diese Rechtslage dramatische Folgen, denn Wie die taz berichtet wurde Leibl  Vorgestern nach 18 Jahren Kampf durch alle Instanzen  nach Togo abgeschoben.Gleiches droht nun auch Freau und Sohn. Mit aller Kraft hat der Staat einen Präzidenzfall verhindert, aus Angst Togolosen und Namibianer würden sonst die Botschaft stürmen.

Eine Völlig überzogene Angst,den die Gruppe der Nachkommen aus Verbindungen zwischen Kolonisten und Afrikanern ist sehr klein. Experten Schätzen sie auf gerade mal 1000 Personen. Offensichtlich ist die Vorstellung das einige Hundert Afrikaner zuwandern unerträglich für den Deutschen Staat. Der Vollständigkeit halber  muss erwähnt werden das diese Entwicklung in Teilen auch auf Liebls mangelndes Geschick zurückzuführen ist. Er weigerte sich nämlich ein Altfallregelung die ihm einen Aufenthalt gesichert hätte in Anspruch zu nehmen. Zu verbissen war er darauf fixiert Deutscher zu werden.

Doch daraus mache ich ihm keinen Vorwurf. Der Fall zeigt für mich nur mal wieder wie rassistisch das Deutsche Aufenthaltsrecht ist.Gerson Liebls Pech besteht doch letztendlich darin das er Schwarz ist und deshalb ein rassistisches Gesetz von Vorvorgestern auf ihn angewandt wird. Wäre er ein weiser Russlanddeutscher hätte er gar keine Probleme, den die werden ja Heim ins Reich geholt nur weil sich irgendein Ur-Ur-Großvater vor 300 Jahren mal an der Wolga Niedergelassen hat. Hier mist der Deutsche Rechtstaat eindeutig mit Zweierlei Maß. Rassismus ist eben hartnäckig.     
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Wenn der Mensch dem Menschen ein Raubtier ist

Im Kongo herrscht schon seit langem Krieg und stürzt das Land das so groß wie Westeuropa ist in ein für Bewohner der Ersten Welt kaum fassbares Elend. Das große Drama des Kongo liegt in seinem enormem Rohstoff Reichtum. Verschiedenste Warlords und Milizen kämpfen um den Zugriff auf die Ressourcen, und weil die Einnahmen aus den Rohstoffen den Krieg bestens finanzieren hat keine der Kriegsparteien ein Interesse den Krieg zu beenden.

Auch westliche Firmen mischen mit und haben gleichfalls wenig Interesse an Frieden den in anarchischen Verhältnissen lässt sich wesentlich mehr Profit machen als unter Bedingungen eines funktionierenden Staates der so etwas störendes wie Steuern verlangt.All dies sind Rahmenbedingungen unter denen die gängigen Konzepte der Friedens-Und Konfliktforschung an ihre Grenzen stoßen.

Die Westliche Staatengemeinschaft zeigt recht wenig Interesse daran den Kongo zu befrieden. Zwar gibt es eine EU-Friedenstruppe welche die Wahlen im Kongo abgesichert hat, sie ist aber so klein das sie höchstens Stabilität in Kinshasa herstellen, nicht aber das Land stabilisieren kann.Das gilt schon garnicht für die Kivu-Provinz. Hier herrscht pure Anarchie,auch wenn es nach der Festnahme von Laurent Nkunda möglicherweise einen Hoffnungsschimmer gibt.Bei genauer Betrachtung spricht allerdings mehr dafür das Nkundas Festnahme eher ein Faustpfand im Machtspiel zwischen Kongo und Ruanda als einen Friedensbringer darstellt.


Die Vereinten Nationen konzentrieren sich derweil lieber auf die Jagd nach Piraten vor dem Horn von Afrika,freilich ohne die Ursachen der Piraterie zu bekämpfen.Symptom Behandlung geht vor Nachhaltigkeit,Warenverkehr vor Menschenrechte.


Auf der Strecke bleibt bei alledem die Zivilbevölkerung die im Kongo dahingerafft wird wie die Fliegen.Anschaulich beschreibt das Andrea Jeska in ihrer Reportage der Sargmacher von Goma .Aus ihr stammt auch der Titel dieses Eintrages. Ergänzend zur Reportage gibt es hier noch weitere Beiträge zur Situation Im Kongo.
Henning | , | 6 Kommentare

Habib Koité

Heute möchte ich euch in aller Kürze einen Künstler vorstellen,auf den ich selbst erst vorgestern durch eine Sendung des Deutschlandfunks aufmerksam geworden bin. Es handelt sich um den Sänger und Songwriter Habib Koité Der aus Mali stammende Koité der als einer der wichtigsten Afrikanischen Künstler des 21. Jahrhunderts gilt, baut mit seiner Musik eine faszinierende Verbindung zwischen der Gestalt des Griots und dem Image des Singer/Songwriters. Eine Brücke von den Sounds der Savanne zum Rock und Folk. Koité Musik ist dabei einfach schön und entspannt und kann auch sehr gut Nebenbei gehört werden. Jeder der mit Singer/Songwritern oder Afrika etwas Anfangen kann, sollte diesem Künstler ein Chance geben! Für alle Interessierten Hänge ich noch eine kleine Live Impression unten an die ich auf Youtube gefunden habe.



Videolink
Henning | , | 1 Kommentar

Catch a Fire

Catch a Fire (Regie Phillip Noyce) erzählt die Lebensgeschichte des Südafrikaners Patrick Chamusso. Chamusso(Derek Luke) ist ein fleißiger Angestellter in einer Ölraffinerie, und hat es sogar zu bescheidenem Wohlstand gebracht.Aus den politischen Kämpfen jener Zeit(wir befinden uns im Jahr 1980),hält er sich hingegen raus. Nach einem Sabotageakt gegen die Raffinerie gerät der brave Bürger Chamusso jedoch auf das Radar von Anti-Terrorfahnder Nic Vos(Tim Robins).Dieser nimmt Chamusso fest und foltert ihn und später auch seine Frau,obwohl er unschuldig ist.Dies erkennt nach einiger Zeit zwar auch Vos und lässt den Geschundenen schließlich frei,dieser dreht sich in seiner Einstellung jedoch um 360 Grad, und geht nach Mosambik um sich in einem Camp des ANC zum Elitekämpfer ausbilden zu lassen.Der ANC schleust ihn dann wieder zurück, und gibt ihm den Auftrag einen 2. Anschlag auf die Raffinerie zu verüben....

Mich hat der Film überzeugt,den er ist spannend,und bildet die Situation im Land glaubwürdig ab. Der Film lebt dabei von seinen exzelenten Hauptdarstellern ,den sowohl Tim Robbins als ideologisch gefestigter burischer Anti-Terror Ermittler als auch Derek Luke als Camusso verkörpern ihre Rolle den gesamten Film über sehr glaubhaft. Ein wenig auf den Wecker fallen kann einem jedoch das viele Gesinge im Film, das manchmal den Eindruck erzeugt man befinde sich in einem Musical. Andererseits gehörten Lieder zur Widerstandskultur jener Zeit.

Insgesamt ein guter Film zum Thema Aparthaid,den ich absolut weiter empfehlen kann.
Henning | , , | 2 Kommentare
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