Seit Wochen halten die Pegida-Märsche die Medien in Atem.Dabei wirkte das Ganze zunächst mal als recht spontanes Phänomen. schaut man aber genauer hin,geht bei PEGIDA eine ideologische Saat auf, die schon seit Jahren vorbereitet wird. Das fängt mit Leuten wie Henryk M Broeder und Tilo Sarrazin an und reicht bis weit ins Rechtsextreme Lager. Schon vor drei Jahren porträtierte das 3 Sat Magazin Kulturzeit das Milieu der Rechtsintellektuellen. Scaut euch diese sehr informativen knapp 7 Minuten an !
Wer sich etwas mehr Zeit für die Beschäftigung mit der neuen Rechten nehmen will, empfehle ich das Radio-Feature Kampfansage :Was heißt hier rechts des WDR, dass die intellektuelle neue Rechte in knapp einer Stunde vertiefter untersucht.
Wie wirkt es sich auf Kitas aus, wenn Rechtsextrem eingestellte Eltern ihre Kinder in die Kita bringen? Wie kann man Pädagogisch bei den Kindern gegensteuern?Wie als Erzieher oder Erzieherin umgehen mit Eltern, die sich in der Kita engagieren und versuchen ihre Ideologie in den Kitaaltag einzuführen? Ich muss zugeben, dass ich mir bislang überhaupt nicht bewusst gemacht hatte, dass es dieses Problem überhaupt gibt. Dabei ist es ja völlig logisch dass auch rechte und Rechtsextreme Menschen Kinder bekommen und sie dann auch ihrer Ideologie Entsprechend erziehen.
Umso wichtiger finde ich den Folgenden Bericht von 3Sat der ein Schlaglicht auf das Problem wirft und auch auch die Gegenstrategien thematisiert. Wenn die Fundamente für Rechtsextremismus nämlich schon in der Kita unwidersprochen gelegt werden, hat dass natürlich Folgen für die Entwicklung der gesamten Gesellschaft. Deshalb muss schon in der Kita ohne Wenn und Aber gegen Nazis vorgegangen werden.
Liebe Leserinnen und Leser, Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Bekannte,
wie auf diesem Blog bereits thematisiert mache ich seit Ende Oktober 2013 in München eine Weiterbildung zum Online-Journalisten. Seit heute sind nun die ersten journalistischen Früchte dieser Weiterbildung online. Meine Klasse und ich haben ein Journalistisches Dossier unter dem Oberthema Wandel erstellt. Hier nähren wir uns aus Unterschiedlichen Perspektiven verschiedenen Arten von Wandel.
Ich steuere zwei Beiträge bei.Erstens einen Kommentar zur Schwarz-Grünen Koalition in Hessen und Zweitens meine allererste Reportage.Diese befasst sich mit dem Wandel der Münchener Kinolandschaft Die beiden Texte sind gleichzeitig meine ersten Journalistischen Produktionen ohne Bezug zum Nahen Osten.
Um meinen Nahostschwerpunkt muss man sich aber dennoch nicht sorgen. Ich lese derzeit ein Sachbuch, dass ich dann in absehbarer Zeit für Alsharq.de rezensieren werde. Leider ist es fasst 400 Seiten dick und da ich nur Abends Zeit zum Lesen habe geht es nur in kleinen Schritten vorwärts. Bis die Besprechung Online geht, fließt also noch etwas Wasser die Isar herunter. Ich bemühe mich aber zügig zu lesen und zu schreiben..
Soweit so gut. Viel Vergnügen mit den beiden Texten und dem Rest des Dossiers.
Darüber dass der Iran seinen Verbündeten Syrien im Kampf gegen die Rebellen massiv unterstützt herrscht unter Analysten seit langem Einigkeit.
Ohne die Hilfe der iranischen Revolutionsgarden wäre es dem Assad-Regime wohl nicht gelungen das Kriegsglück zu wenden.
An eindeutigen Beweisen fehlte es allerdings bislang. Nun aber ist Videomaterial aufgetaucht, welches die Präsenz der
Iraner in Syrien eindeutig belegt.
Der BBC Worldservice hat dieses Material zu einer hoch interessanten Dokumentation verdichtet,welche ich nun mit meinen Leserinnen und Lesern teile.
So lässt sich sehr kurz und Knapp das Motto der aus Frankreich kommenden identitären Bewegung charakterisieren. In Blogs auf Facebook oder via Flashmob wird gegen den Islam mobilisiert, der angeblich die europäische Identität zerstört.Näheres erfahrt ihr in folgendem informativen Beitrag aus der 3Sat Kulturzeit, der die Bewegung vorstellt und innerhalb des rechten Spektrums einordnet.
Ich selbst bin was diese Bewegungen betrifft inzwischen wesentlich entspannter als noch vor 1-2 Jahren, Sicher muss man diese Bewegung im Auge behalten, aber bisher sind ja alle Versuche dieser Kulturrassisten im politischen Raum Fuß zu fassen grandios gescheitert. Man denke an Pro Deutschland oder die Freiheit. Pax Europa und wie sie alle heißen. Eine Gefahr sehe ich allerdings darin, dass es Gruppen wie den Identitären gelingen konnte, das gesellschaftliche Klima zu vergiften. Hier müssen die demokratischen Parteien und die Zivilgesellschaft insgesamt sicher wachsam sein
Lebt Madeleine Kulab, die einzige Fischerin in Gaza, die von Susanne Knaul porträtiert wird. Seit ihr Vater eine Lähmung erlitten hat muss die 18 jährige zusammen mit ihrem Bruder die Familie über Wasser halten. Von der Hamas wird sie mehr als misstrauisch beäugt, von der israelischen Armee bedroht und aufgrund der Seeblockade daran gehindert in die ertragreichen Bereiche der Küste zu fischen. So sitzt sie zwischen den Stühlen des Konflikts zwischen Hamas und Israel im Gazastreifen.
Zum Leben reicht das was Madeleine innerhalb der Bannmeile erbeuten kann nicht wirklich. Zur Schule gehen oder eine Ausbildung machen sind für Madeleine und ihren Bruder illusorisch.Schule können sie sich schlicht nicht leisten.Für mich zeigt das Portrait nachdrücklich wie hoffnungslos und verfahren die Lage in Gaza ist. Wir haben es hier mit bedrückender Armut zu tun, die sich voraussichtlich so schnell nicht ändern wird. Bessere Lebensbedingungen in Gaza hängen unmittelbar mit Fortschritten im Friedensprozess zusammen. Dieser ist aber seit Jahren faktisch tot.
Ich bin zwar beeindruckt vom Lebenswillen von Madeleine und ihrem Bruder, wirklichen Mut macht die Lage aber nicht. Ohne Frieden in Nahost werden Madeleine und die tausenden anderen Fischer in Gaza auf Dauer zu massiver Armut verurteilt und vom UN Hilfswerk für Palästinensische Flüchtlinge abhängig bleiben.Dieses verteilt Grundnahrungsmittel und sichert das nackte Überleben.
Heute vor 34 Jahren stürzte im Iran die Regierung von Sharpur Bachtiar und die Islamische Revolution siegte endgültig. Anlässlich dieses Jahrestages wirft die folgende Reportage des ARD Weltspiegels ein Schlaglicht auf die triste Realität im Iran am Beispiel der Insel Qeshm in der Straße von Hormus.
Große Shoping Mals stehen teilweise leer und wegen des massiven Währungsverfalls und der internationalen Sanktionen können sich immer weniger einheimische Touristen das eigentlich preiswerte Shopping in der Freihandelszone leisten können.
Dafür boomt allerdings der Schmuggel. in die vereinigten Arabischen Emirate die schließlich nicht fern liegen.
Belustigend bis beeindruckend finde ich allerdings den fast kindischenTrotz den die Iraner auf Trotz Sanktionen und ausbleibender Touristen planen die Iraner weitere Shopping Mals und Hotels auf Qeshm erbauen, im festen Glauben an den kommenden Boom in einer fernen Zukunft.
Denkt man an den Islam, so ist sein Wahrnehmung spätestens seit 2001 fast ausschließlich durch den Wahabismus und Gruppen wie Al Kaida oder jüngst Ansar al Dine in Mali geprägt. vergessen wird dabei aber wie vielfältig der Islam gerade in Europa gelebt wird. Das zeigen islamische Graffiti-Künstler genauso, wie das muslimische Facebook. Sie sind Teil einer Strömung,die Julia Gerlach schon 2007 griffig als Popislam definiert hat.Es sind junge Muslime und Musliminnen die keinen generellen Widerspruch zwischen ihrer Religion und westlicher Popkultur sehen. Sie wollen Spaß haben,oder interessieren sich durchaus für Mode. Dies alles aber eben möglichst islamisch Korrekt.
Ein weiteres Beispiel aus dieser Strömung zeigt die Arte Reportage Allahs singende Söhne.Portraitiert wird der Repper Mekka aus Uppsala aber auch die Strömung des Muslim Hip Hop insgesamt. Schön wird gezeigt das man sowohl Hip Hop machen, als auch gläubiger Muslim sein kann. solche hybriden Kulturformen tragen auch zur Herausbildung eines muslimischen Selbstbewusstseins bei.
Ich finde wir sollten uns in der Islamdebatte wesentlich stärker auf solche Strömungen konzentrieren, statt in Angst starre vor Wahabiten zu versinken. Der Islam ist eine vielfältige Religion, die druchaus in der Lage ist sich mit europäischer Kultur friedlich zu mischen,.
Allen die sich vielleicht schon einemal gefragt haben, wie es in Afghanistan zwölf Jahre nach dem Sturz der Talibanregimes um die Musikszene bestellt ist, möchte ich die hier eingebundene Musikkolumne des öffentlich-rechtlichen Global-Pop Radios Funkhaus Europa ans Herz legen.
Hier bekommt der interessierte Hörer in etwas mehr als vier Minuten einen kleinen unterhaltsamen Einblick in die aktuelle Musikszene des Landes und ihre große Vielfältigkeit.Man lernt zum Beispiel das es eine einheitliche Afghanische Musik nicht gibt. Wie auch bei so einem Vielvölkerstaat.
Über die Tea-Party Bewegung wurde auf diesem Blog schon zweimal berichtet. Einmal anhand einer Reportage, und dann durch eine Radiodebatte.Jetzt möchte ich über eine weitere radikale Spielart dieser Bewegung hinweisen,die zumindest das Potenzial hat, in Richtung eines Rechtsterrorismus ab zu gleiten.Die folgende Arte Reportage thematisiert die Bewegung der sogenannten Oath Keepers. Diese Selbsternannten Verteidiger des Verfassungseides betrachten die gesamte Regierung in Washington als marxistische Verfassungsfeinde und trainieren offen für eine aus ihrer Sicht möglicherweise bald nötige Revolution gegen die Regierung in Washington.
Natürlich ist auch viel Nostalgie und Frust dabei, und sieht man sich das Video an, so wirkt alles nicht so, als breche gleich morgen der Bürgerkrieg aus. Was sich da aber an Verschwörungstheorien, paranoidem Anti-Kommunismus und religiösem Fundamentalismus zusammenbraut ist schon sehr beängstigend. Es befeuert jedenfalls meinen Antiamerikanismus.In einem Land in dem solche Spinner eine relevante politische Größe darstellen, möchte ich niemals leben müssen. Selbst auf Urlaub hat man da doch wenig Lust. Dummerweise muss ich möglicherweise bald aus beruflichen Gründen in die USA, aber New-York ist ja ein anderes Kaliber als die hier gezeigten Kleinstädte.
Wie auch immer,die Reportage ist interessant, und macht nachdenklich.
Es bewegt sich was im Staate Ben Gurions.Nachdem mein letzter Israel Eintrag zum Anti Boykottgesetz den Leser angesichts des schlechten Zustandes der israelischen Demokratie eher deprimiert zurück ließ, macht dass, was sich seit einigen Wochen in Israel abspielt endlich mal wieder Hoffnung für die Zukunft dieses Landes und seiner Gesellschaft.Ich finde zwar Schneiders Vokabel von der größten sozialen Revolution in der Geschichte Israels die er im Video ständig im Munde führt übertrieben, den unter einer sozialen Revolution stelle ich mir als alte Linke Socke dann doch etwas anderes vor als den massenhaften Protest der Israelischen Mittelklasse gegen soziale Missstände.Dennoch freue ich mich, dass diese Gesellschaft nach Jahren endlich aus ihrer Angst starre welche dem Land eine mindestens semifaschistische Regierung eingebracht hat erwacht.
Noch ist die Bewegung mir aber zu unpolitisch. Soziale Gerechtigkeit ist zwar ein wichtiges Ziel, sie bleibt aber eine hohle Phrase, solange dieses Ziel nicht mit konkreten Forderungen zu seiner Durchsetzung verknüpft wird. Im Video sieht man an einer Stelle sehr schön, wie sich ein Protestler auf Schneiders Frage,ob der Protest nicht letztendlich auf eine Umverteilung von Geld weg von den Ultraorthodoxen und Siedlern hinzu mehr Infrastruktur hinauslaufen müsse antwortet, nicht die Siedler seien das Problem,sondern das globale System. Diese Haltung freut zwar mein linkes Herz, hilft aber nicht wirklich im politischen Kampf erfolgreich zu Sein. Nach meinem Dafürhalten ist es für soziale Bewegungen wichtig konkrete schnell umsetzbare Forderungen zu haben. Utopie ist zwar auch ein wichtiger Bestandteil, er sollte aber nicht zu sehr dominieren.
Ich hoffe außerdem,dass die Proteste indirekt den Blick auf eine Verhandlungslösung mit den Palästinensern eröffnen. Wenn sich die Protestbewegung nämlich dazu durchringt konkret die Umverteilung von Subventionen für Ultraorthodoxen und Siedler von denen die meisten nicht arbeiten in andere Bereiche zu fordern würde dies bedeuten, dass für das teure Besatzungsregime im Endefekt kein Geld mehr da ist. Die rund 42% Siedler und Orthodoxen die derzeit nichts zum BIP beitragen müssten sich dann ganz oder teilweise selbst unterhalten. Die politisch spannende Frage ist nun, ob die Bewegung es schafft eine Regierung die ganz wesentlich von Parteien eben dieser Gruppen getragen wird dazu zu zwingen,ihrer eigenen Klientel den Geldhahn zu zudrehen.
Ich bin gespannt was in den nächsten Monaten passiert, zumal auf dem außenpolitischen Parkett und die einseitige Ausrufung des Palästinenserstaates ansteht,mit noch nicht klar absehbaren Folgen.
Jungmuslimisch und aktiv kurz Juma heißt ein Projekt es Berliner Senats, das Jungen Muslimen und Musliminnen eine Stimme geben soll. Ziel des Projekts ist es, dass die Deutsche Gesellschaft endlich einmal mit, statt über Zuwannderer redet und es findet hervorragenden Anklang, wie die unten eingebundene Arte Reportage zeigt. Schön finde ich auch, dass Juma verscucht mit dem Klischee aufzuräumen, unter muslimischen jungen Menschen in diesem Land geben es nur des integrierte Versager. Dass dem nicht so ist zeigt auch meine Alltagserfahrung am Marburger Orientzentrum. Dort habe ich die vergangenen 3 Jahre gleich dutzendweise Menschen kennengelernt, die zwar einerseits in der Kultur ihrer Vorfahren verwurzelt sind, andererseits aber akzentfreies Deutsch sprechen top ausgebildet sind und das Kopftuch mühelos mit Stöckelschuhen Handtasche und Schminke kombinieren. Ehrlich gesagt zeigen sich diese Fraucn wesentlich integrierter intelligenter und feministischer als ihre voll assimilierten Arschgeweihschwestern aus dem RTL Programm.
Warum um alles in der Welt haben wir vor solchen Leuten Angst? Warum können wir die Möglichkeit dass eine Frau sich nicht aus Zwang sondern aus Freien Stücken als Ausdruck ihrer religiösen Überzeugung und kulturellen Identität verschleiert nicht wenigstens in Erwägung ziehen? Schließlich käme auch kein normaler Mensch auf die Idee wegen der Piusbrüder jeden Katholiken zu einem pädophilen Holocaustleugner abzustempeln. Andererseits passt die Verweigerung der Anerkennung gerade für Akademiker mit migrantischen Wurzeln sehr gut ins Bild. Wahrscheinlich hat mein Doktorvater Rachid Ouaissa der sich binnen weniger Jahre vom Bürgerkriegsflüchtling aus Algerien zum ordentlichen Hochschulprofessor hochgearbeitet hat recht, wenn er die Ansicht vertritt, dass es gerade der Aufstieg von Einwanderern ist der der Deutschen Mittelklasse Angst macht. Sie sind schließlich unerwünschte Konkurenten um Toppositionen. Leute wie Rachid Ouaissa sind die waren Feinde der sogenannten Islamkritik den sie sind die lebnde Falsifikation all ihrer Thesen!
Damit es bald noch mehr Leute wie ihn gibt wünsche ich mir noch viel mehr Projekte aus dem Bereich muslim empowerment. Nun aber genug mit meinen Ausführungen.Viel Spaß mit dem Kleinen Film!
Im letzten Beitrag hatte ich bereits über das muslimische Netzwerk Muxlimm berichtet. Jetzt möchte ich eine spannende künstlerische Synthese aus Europa und Islam zeigen. Die folgende Reportage von Arte zeigt einen Graffiti Künstler der mühelos europäische Subkultur und Islam mixt.
Allzu gerne wird über die angebliche
Inkompatibilität des Islams mit Europa schwadroniert.
Abgesehen davon, dass es den Islam genauso wenig gibt wie das
Christentum oder das Judentum, einfach weil alle 3 Gemeinschaften in
diverse Strömungen fragmentiert sind übersieht eine solche Aussage
das der Islam längst ein Teil Europas geworden ist. Rund 15
Millionen Muslime leben bereits in Europa und bilden
dabei spannende Symbiosen aus ihrer muslimischen Identität
sowie westlichem Lebensstil und Technik.
Ein Beispiel ist Muxlimm,ein soziales Netzwerk für Muslime in
Facebook Manier, welches in einer netten kleinen Arte Reportage die
ich von der Seite
des Arte Magazins Yourope exportiert,zu Youtube hoch geladen
und unten eingebunden habe vorgestellt wird. Besonders
lobenswert ist der Anspruch der Macher nicht etwa eine Online
Parallelwelt zu errichten, sondern Brücken zur restlichen
Gesellschaft zu bauen. Dass wird vor allem dadurch erreicht, dass bei
Muxlimm Englisch als Lingua Franca fungiert, gerade weil auch
Nichtmuslime einen Zugang zu den Debatten in der Comunity
erhalten sollen. So soll Schwellenangst reduziert und ein Raum zur
Organisation von Projekten bereitgestellt werden.
Die Massenproteste im Iran liegen nun über Zwei Jahre zurück. Warum die damals begonnene Grüne Bewegung,die inzwischen unter dem Label der Grüne Weg agiert ihre Ziele bislang nicht erreicht hat, wurde auf diesem Blog in jüngerer Zeit bereits an ZweiStellen ausführlich analysiert.
Wie aber waren nochmal die Abläufe die zur Geburt der Grünen Bewegung führten? Wer ging vor allem auf die Straße und welche Hoffnungen trieben die Protestierenden an ? Wie war die Stimmung unmittelbar vor und nach den Wahlen in der Millionenmetropole Teheran, dem Epizentrum der Proteste, von wo aus sie schnell auf weitere Großstädte im Land übergriffen?
Um sich diese Ereignisse in Erinnerung zu rufen möchte ich die Reportage Im Tränengas -7 Tage in Teheran der französischen Reporterin Manon Loizeau empfehlen. Sie fuhr am Tag der Wahlen in den Iran und erlebte die erste Woche der Proteste hautnah mit. Sie filmte Proteste mit versteckter Kamera und konnte protestierende Studenten interviewen Unter großen auch persönlichem Risiko ist eine mutige und authentische Reportage entstanden, welche die Anfangsphase der Grünen Bewegung nachzeichnet.
In der Vergangenheit habe ich das System in Kuba mit dem ich in einer Art Kritischer Solidarität verbunden bin oft genug wegen fehlender Bürgerlicher Freiheitsrechte wie Meinungsfreiheit oder Parteienpluralismus kritisiert.Die sozialen Errungenschaften der Revolution sind aber über alle Zweifel erhaben und für mich der Hauptgrund trotz erheblicher Zweifel und Bauchschmerzen eine gewisse Sympathie für die kubanische Revolution und ihren real existierenden Inselsozialismus zu empfinden. Noch Verfügt Kuba über Sozialsysteme die in ganz Lateinamerika ihresgleichen suchen. Ein Umstand den es meiner Ansicht nach zu verteidigen gilt.
Leider kann man nämlich davon ausgehen, dass bei einem Sieg der bürgerlichen Demokraten US-amerikanischer Prägung auf Kuba schnell IWF Anpassungsprogramme initiiert würden, die zum Abriss der kubanischen Sozialsysteme führen würden. Diese verursachen in der Denke des Neoliberalismus schließlich viel zu hohe Kosten und müssen deshalb sicher auf ein betriebswirtschaftlich vernünftiges Maß zurück geschraubt werden.Manche Gesundheitsstation auf dem Land würde dann sicher geschlossen.
Dies hätte nicht nur negative Auswirkungen für Kuba sondern die gesamte Region. Ein kapitalistisch gesund geschrumpftes Kuba würde nämlich vermutlich nicht mehr jährlich 20.000 Ärztinnen und Ärzte aus ganz Lateinamerika Afrika und sogar den USA über Stipendien an seiner "Lateinamerikanischen Schule für Medizin" in Havana ausbilden und im Anschluss zur Arbeit in entlegenen Regionen ihrer jeweiligen Heimatländer motivieren. Auch die Region verlöre dann eine wichtige Stütze
Über diese beeindruckende Arbeit die mit Sicherheit zumindest als Nebeneffekt auch als Werbung für das Kubanische Modell genutzt wird berichtet das Feature Ärzte Made in Kuba, das ich hiermit allen am Thema Interessierten zum Downloaden empfehlen möchte
An dieser Stelle möchte ich mal wieder auf eine interessante Podiumsdiskussion hinweisen. Unter obigem Titel diskutierten Seyran Ates Rechtsanwältin und Aktivistin sowie Patrick Bahners Leiter des Feuilleton der FAZ in den Räumen der Gerda-Henkel-Stiftung. unter Moderation des Zeit Journalisten Jörg Lau.
Die Debatte welche es bei der Gerda-Henkel Stiftung leider nur in kleinen Schnippseln gibt zeichnet sich durch ein breites Themenspektrum aus. Zur Sprache kommen Themen wie die Frage ob es sich bei der Islamdebatte primär um eine Deutsche Identitätsdebatte handelt,was der Rechtsstaat tolerieren muss, ob Islamkritik Grenzen haben muss oder welche Rolle der Feminismus spielt.
Ich persönlich muss ein wenig Abbitte leisten, den Seyran Ates ist anscheinend wesentlich differenzierter als ich bisher angenommen habe.Bislang hatte ich sie mehr oder weniger mit Necla Kelek gleichgesetzt. Zu Unrecht wie diese sehr differenzierte Debatte zeigt.
Ansonsten bleibt mir an dieser Stelle nur noch allen interessierten viel Spaß beim Konsum dieser Veranstaltung zu wünschen.
Der Aufstand in Libyen hält schon lange an und schleppt sich quälend einem unbekannten Ende entgegen. Wie aber sieht es in dem Umkämpften Land aus? Wie versorgen sich die Rebellen? Wer kämpft eigentlich gegen Gaddafi und wie schlecht sind die Rebellen tatsächlich ausgerüstet?
Einen Eindruck von der Lage und eine Näherungsweise Antwort auf all diese Fragen bietet eine lesenswerte Reportage von Alfred Hackensberger auf Telepolis, die ich hiermit jedem interessierten ans Herz legen möchte. Danach hat man noch mehr Respekt vor diesen Menschen die trotz haushoher militärischer Unterlegenheit verbissen für ihren Traum von einem anderen Libyen einstehen!Möge es ihnen bald gelingen gemeinsam mit der internationalen Gemeinschaft Gaddafi zur Aufgabe zu bewegen.
Weitgehend unbemerkt von den Mainstream Medien zeichnet sich in Afrika gerade die Entstehung eines Neuen Staates ab. Noch bis Sonntag stimmt der Südsudan darüber ab, ob er eine autonome Region innerhalb des Sudan bleiben will, oder sich gänzlich von der Zentralregierung in Khartum ablöst. Dabei besteht kaum ein Zweifel daran,dass sich am Ende eine satte Mehrheit der Südsudanesen für das große Abenteuer Unabhängigkeit entscheiden wird.
Der Neue Staat steht dann vor der schwierigen Aufgabe funktionierende staatliche Strukturen aufzubauen und vor allem das künftige Riesenland Infrastrukturell und ökonomisch zu entwickeln, von den zahlreichen Grenzstreitigkeiten mit dem Norden und den ethnischen Spannungen etwa zwischen den Nuer und den Dinka ganz zu schweigen. Auf die Väter des neuen Staates kommt also viel Arbeit zu und es ist zu hoffen, dass auch die Internationale Gemeinschaft weiter am Ball bleibt und den Südsudan nach Kräften beim Aufbau unterstützt. Vorerst herrscht aber erst mal große Begeisterung und Aufbruchstimmung über die die taz in einer schönen Reportage berichtet. Ich wünsche dem Südsudan und seinen Menschen viel Glück und Geschick auf dem Schwierigen Weg in die Freiheit. Möge er ihnen vor allem friedlich gelingen.
Hat Uwe Ebbinghaus in einer einfühlsamen Reportage für die FAZ aufgeschrieben.mit viel Respekt schildert er die Geschichte des Friedhelm W, der durch verschiedene Umstände aus der Bahn geworfen heute vom Flaschensammeln lebt, und alle Kraft darauf verwendet sich weiterhin seine Bahncard 100 zu finanzieren, den die Züge der Bahn und die DB Lounge bieten ihm Obdach und Essen. Der Bahnnomade ist dabei vor allem gehetzt und dennoch sichert ihm sein Lebensmodell immerhin nicht auf der Straße schlafen und fürchten zu müssen zu erfrieren.
Nachahmenswert ist sein Lebensmodell aber wohl dennoch nicht.Ich finde die Geschichte des Bahnnomaden berührend und die Art und weise wie er mit seinem "scheitern" in der Gesellschaft umgeht bewundernswert. Allen Leserinnen und Lesern viel Freude mit der tollen Reportage, und Friedhelm W. noch alles Gute auf seinen Fahrten durch das Bahnnetz.