Ken Loach über den anderen 11. September


Heute beziehungsweise gestern je nachdem ob man ab null Uhr rechnet oder erst nach dem Aufstehen den neuen Tag beginnt war der 10. Jahrestag des 11. September 2001.Das ist ohne Zweifel ein historischer Tag. Leider gerät darüber der andere 11. September der jüngeren Geschichte Vergessenheit, nämlich jener im Chile

Dort hatte 28 Jahre vor dem 11. September 2001 ein durch die USA gestützter Putsch die Regierung des  bislang einzigen jemals zweifelsfrei demokratisch gewählten Marxisten der Geschichte Salvador Allende beendet. Dieser hatte mit seiner Unidad Popular(Volksfront) im September 1970 die  Parlamentswahlen gewonnen und war daraufhin wenig später durch den Kongress zum Präsidenten gewählt worden. Trotz massiver innerer Unruhen und eines beispiellosen Wirtschaftsboykotts   könnte die UP bei den Kommunalwahlen von 1971 ihre Mehrheit  sogar nochmals ausbauen.

Nachdem also der Versuch gescheitert war Allende durch Wirtschaftsboykott und Destabilisierung zu stürzen musste das Militär ran. Was folgte war die 17 Jahre andauernde brutale Pinochet Diktatur. Wer sich für deren juristische Aufarbeitung und konkrete Schicksale interessiert, dem möchte ich nochmals die Doku the Judge and the General empfehlen.

Loachs Kurz Doku rekapituliert auf eindringliche Weise die Ereignisse der knapp dreijährigen Allende Periode und macht Parallelen zwischen den beiden 11. September Ereignissen  auf. Die sind natürlich streng genommen etwas Hanebüchen, aber an der Stelle geht es sowieso eher darum die Erinnerung an den anderen 11. September und seine Opfer wach zuhalten. Dies gelingt Loachs kleinem Film wie ich finde sehr ansprechend. 

Nun aber genug gelabert.

Viel Spaß mit dem  Film !



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Der Geist aus der Flasche



Während die Aufstände in der Arabischen Welt auch heute weiter gingen,möchte ich an dieser Stelle eine Interessante Debatte zwischen dem Politischen Chefanalysten von Al Jazeera Englisch  Marwan Bischara  und Noam Chomsky, meiner Ansicht nach der Linke Intellektuelle der USA  zur Verfügung stellen , welche das Linke US-Magazin Democracy Now veranstaltet hat.

Die beiden Unterhalten sich natürlich über die aktuellen Entwicklungen in der Region,aber auch die sogenannten Palastine Papers, jene Dokumente aus den Nahost Friedensgesprächen der 90er Jahre   die AL Jazera  vor kurzem veröffentlichte.    

Gute Unterhaltung mit dem Gespräch !



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Howard Zinn gestorben

Das Leben bietet schon manchmal merkwürdige Zufälle auf.Da lese ich auf Empfehlung meines Lieblingsbuchhändlers gerade Howard Zinns Hauptwerk Eine Geschichte des Amerikanischen Volkes,und Schwupps stirbt der Mann an einem Herzanfall.Obwohl ich im Grunde nulll vertiefte Kenntnis über Zinn habe bedaure ich seinen Tot doch irgendwie. Seine Geschichte des Amerikanischen Volkes, die der Antikriegs Aktivist, Marxist und Historiker konsequent als Geschichte aus Sicht der Unterdrückten interpretiert empfinde ich als sehr anregende Lektüre. Außerdem fürchte ich das mit Zinns Ableben möglicherweise niemand diesen kritischen Forschungsansatz weiter führen wird.Es mag aber sein das Zinn sich einige Schüler herangezogen hat von denen ich nur nichts weiß.Unzweifelhaft verliert die Amerikanische Linke mit Zinn eine schillernde Figur.

Um Zinn ein wenig zu würdigen möchte ich ein Interessantes Feature des Linken Us-Nachrichtenmagazins Democracy Now mit euch Teilen. Dort gibt es ein Interview mit Zinn, Infos zu Zinns Biographie und Interviews mit seinen Weggefährten Alice Walker Noam Chomsky Naomi Klein und Anthony Arnove

RIP Howard Zinn

Informative 60 Minuten wünscht

Henning

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Kann sich die arabische Welt selbst Reformieren?

Eine der großen Missionen und zugleich Irrtümer der Neocons war die Vorstellung die Arabische Welt durch militärische Intervention demokratisieren Diese Mission ist, dass kann man 6Jahre nach dem Einmarsch in den Irak feststellen grandios gescheitert.

Da stellt sich die Frage ob die Reform und Demokratisierung der Arabischen Welt aus ihr selbst erfolgen muss und kann.Vor dem Hintergrund der katastrophalen Erfahrungen der letzten Jahren muss dieser Anspruch sicher bejaht werden, allerdings sind auch einige Zweifel durchaus angebracht.

Da wäre zu aller erst das Patronage und Klientelsystem, welches Korruption quasi als Voraussetzung für sein eigenes Funktionieren in sich trägt. Das Patronage System ersetzt dabei teilweise moderne Staatlichkeit. Es kommt nicht auf Behörden oder Ministerien an, sondern einzig darauf einen wohlgesinnten Kontakt an der richtigen Stelle zu haben.Außerdem fehlen in der Arabischen Welt größten Teils demokratische Traditionslinien an die sich anknüpfen ließe. Unter solchen Voraussetzungen ist eine Gesellschaft nur schwer in eine Demokratie transformieren.

Alles Klar also? Mitnichten den in der Arabischen Welt gibt es durchaus Einzelpersonen und Organisationen die sich die Reform der Arabischen Welt als arabische Aufgabe auf die Fahne geschrieben haben. Einer der Prominentesten unter ihnen ist der Ägyptischen Menschenrechtler, Soziologe und Politologe Saad Eddine Ibrahim. Wenn er nicht gerade vom Mubarak Regime eingesperrt wird, hat er einen Lehrstuhl für Politik an der Amerikanischen Universität Cairo inne. Außerdem ist der Direktor und Gründer des Ibn Khaldun Center for Development. Zu guter Letzt
sitzt er im executive Comitee der in Quatar registrierten Arab Democracy Foundation

In folgendem Vortrag den er im letzten Jahr an der Amerikanischen Universität Beirut gehalten hat erläutert er die Gründe warum alle bisherigen Versuche des Demokratieexports scheitern mussten, und stellt die Arbeit der Arab Democracy Foundation vor. Der Vortrag umfasst rund 75 Minuten, allerdings lohnt es sich wirklich die Zeit zu investieren, schließlich ist Saad Eddine Ibrahim nicht irgendwer, sondern von seiner Bedeutung für die Arabische Welt her ungefähr dass, was für uns Leute wie Habermas oder Ulrich Beck sind.

ich wünsche lehrreiche 75 Minuten !



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Einen Sozialistischen Blick auf die Finanzkrise

Wirft  der sozialistische Ökonom  Rick Wolf  in folgender Vorlesung. Man lernt dabei dreierlei, nämlich was diese Krise ist  welche Ursachen sie hat und schließlich wie man sie aus Marxistischer Perspektive kurieren könnte.Auch wenn man kein Sozialist ist sehr interessant.

In the following lecture the socialist Econnomist Rick Wolf Show a Marxis View on the Crisis in Three Steps:

One what this crisis is
Two why it happend
Three what could be a Marxist therapy of it

Very Interesting, even if you are no Socailist



Capitalism Hits the Fan: A Marxian View from UVC-TV 19 on Vimeo.

via Matthias 
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wie Amerika seinen Hinterhof kontrollierte



Ich habe in der Vergangenheit nicht mit Kritik an den Entwicklungen in Lateinamerika und speziell in Venezuela gespart. Diese möchte ich an dieser Stelle auch nicht vollends revidieren. Allerdings muss ich feststellen, das aus linker Perspektive möglicherweise eine Mäßigung der Kritik angebracht ist, wenn man sich klar macht wie die Verhältnisse in Lateinamerika vor dem Siegeszug der Linken aussahen. Einen sehr guten geschichtlichen Überblick liefert hier John Pilgers The War on Democracy aus dem Jahr 2007 Der Vielfach ausgezeichnete Journalist Pilger schildert hier die Methoden mit denen die USA seit den 50er Jahren unter dem Deckmantel von Demokratie ihre imperialen Interessen in ihrem strategischen "Hinterhof" Lateinamerika durchsetzten, und bis Ende der 80er in ganz Lateinamerika willfährige Diktaturen stützten. Zur Sprache kommen konkret Venezuela Guatemala Nicaragua Bolivien und Chile.

Allen gemein sind bzw. Waren Verhältnisse,in denen diktatorische oder halb Demokratische Systeme installiert wurden, die einen politischen Output produzierten, der lediglich im Interesse einer kleinen USA-freundlichen Oligarchie lag. Die in der Regel Indigene Bevölkerungsmehrheit litt hingegen unter Gesellschaftlicher Ausgrenzung ohne real Möglichkeit zur Partizipation und massiver Armut.

Bestechend logisch aber von mir bisher nie so klar gesehen ist Pilgers Position zum Neoliberalismus.Er argumentiert das es sich beim Neoliberalismus lediglich um eine neue Technik zur Beherrschung Lateinamerikas handelt. Nachdem anti-kommunistische Militärdiktaturen am Ende des kalten Krieges nutzlos geworden waren brauchte es eine neue Form der Kontrolle,diesmal auf wirtschaftlicher Ebene die der Neoliberalismus liefert.

Im Lichte dieser Analyse sind Erscheinungen wie Hugo Chavez und sein Bolivarismus nur Ausdruck von Gegenwehr,der es bei allen Demokratie Defiziten und Autoritären Neigungen immerhin zunehmend gelingt die Macht der alten Oligarchien zu brechen Armut abzubauen und die Partizipation der indigenen Bevölkerungsmehrheit zu stärken.Offen bleibt dabei freilich die Frage ob am Ende dieses Prozesses nicht eine neue diesmal vordergründig Linke Staatsklasse steht, die sich im Ergebnis ähnlich verhält wie ihre heutigen Gegner. Ob es dazu kommt hängt wohl davon ab wie weit sich die Basisbewegungen vor Ort vom Staat abnabeln können.

Insgesamt ist The War on Democracy eine sehr gute wenn auch dezidiert Linke Dokumentation, die klar für die Basisbewegungen in Lateinamerika Partei ergreift.


The War On Democracy (English subtitles)

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Die Finanzkrise und der globale Süden


Die Weltweite Finanzkrise wird in unseren Medien stets aus Nationaler oder aus US-amerikanischer Perspektive betrachtet. Was aber richtet die Finanzkrise auf der südlichen Halbkugel an,die im Englischen schlicht the Global south heißt?

Dieser Frage widmet sich das preisgekrönte unabhängige Us-Nachrichtenmagazin Democracy Now im folgendem Interview mit Martin Khor,Direktor des Third World Network, das ich von Attac geklaut habe.





Ebenfalls interessant für unser Thema ist der 2. Teil der fünfteiligen Serie Capitalism and Its Discontents von Pacifica Radio, indem es einen Großteil der Sendezeit (etwa ab Minute 19 bis zum Schluss) um die Auswirkungen der Finanzkrise auf Südafrika geht. Links zu den einzelnen Teilen gibt es bei Matthias.



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Henning | , , , , | Kommentar schreiben

Cuba Brand

Nun eine wirkliche Premiere auf diesem Blog. erstmals etwas in englischer Sprache. Es handelt sich um die zweiteilige Radio Dokumentation Cuba Brand des BBC Worldservice in der Allan Little die Gründe für den Erfolg und das überleben der kubanischen Revolution analysiert. eine sehr interessante politische Analyse und Geschichtsstunde wie ich finde.

Viel Spaß

Now a real premiere on this blog. first time something in english. It's about the two Part Radio documentary the Cuba brand produced by BBC Worldservice, in which Allan Little analyses the reasons for the success and survival of the Cuban revolution. after 50 years.A very intresting political analysis and history leason as I think.

Have fun!


Henning | , , , | 2 Kommentare
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