Veröffentlichungen Nummer 6 und 7 sind Online !



Liebe Leserinnen und Leser, Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Bekannte,

wie auf diesem Blog bereits thematisiert mache ich seit Ende Oktober 2013 in München eine Weiterbildung zum Online-Journalisten. Seit heute sind nun die ersten journalistischen Früchte dieser Weiterbildung online. Meine Klasse und ich  haben  ein Journalistisches Dossier unter dem Oberthema  Wandel erstellt. Hier nähren wir uns aus Unterschiedlichen Perspektiven verschiedenen Arten von Wandel.

Ich steuere zwei Beiträge bei.Erstens einen Kommentar zur Schwarz-Grünen Koalition in Hessen und Zweitens meine allererste Reportage.Diese befasst sich mit dem Wandel der Münchener Kinolandschaft  Die beiden Texte sind gleichzeitig meine ersten Journalistischen Produktionen ohne Bezug zum Nahen Osten.

Um meinen Nahostschwerpunkt    muss man sich aber dennoch nicht sorgen. Ich lese derzeit ein Sachbuch, dass ich dann in absehbarer Zeit für Alsharq.de rezensieren werde. Leider ist es fasst 400 Seiten dick und da ich nur Abends Zeit zum Lesen habe geht es nur in kleinen Schritten vorwärts. Bis die Besprechung Online geht, fließt also noch etwas Wasser die Isar herunter. Ich bemühe mich aber zügig zu lesen und zu schreiben..

Soweit so gut. Viel Vergnügen mit den beiden Texten und dem Rest des Dossiers.


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Gesehen: Die 1000 Augen des Dr Mabuse



Soeben habe ich die 1000 Augen des Dr Mabuse gesehen.Es handelt sich um den dritten Teil der Dr Mabuse Reihe und was dem Film einen gewissen Rang in der Filmgeschichte einräumt Fritz Langs letzte Regiearbeit. Der Film ist1960 als Reaktion auf den Erfolg der Edgar Wallace Filme in West-Berlin entstanden. Diesen Zeitgeist merkt man dem Film auch deutlich an Worum geht es  ?

Der wahnsinnige Dr Mabuse will im Dritten Anlauf endlich die Weltherrschaft an sich reißen. Dafür kontrolliert er die Bewohner der Luxor Hotels zum einen durch ein Netz von Überwachungskameras die er nach Nazi-Plänen im Hotel installiert hat, zum anderen durch Hypnose. Eines seiner Opfer ist die Junge Marion, die mit einem Handlanger des Doktors verheiratet ist und von diesem auf den Milliardär Travers angesetzt wird. Zweimal rettet Travers Marion scheinbar das Leben und verliebt sich in Marion. Das ist ganz im Sinne  Doktor Mabuses. Der  möchte eine Heirat zwischen Marion und  Treavors erwirken um ihn dann aus dem  Weg zu schaffen und die Kontrolle über seine Atom Firmen zu erlangen. Mit diesem atomaren Potenzial soll dann  die Weltherrschaft errungen  werden.

Als Gegenspieler der Doktors brilliert Gert Fröbe als Kommissar Krass. Dieser ermittelt im Hotel und versucht mit Hilfe eines  Wahrsagers  dem Doktor auf die Schliche zu kommen. Mir persönlich hat der Film allenfalls mittelmäßig gefallen.Einiges wirkt unfreiwillig Komisch und die Handlung ist zwar unterhaltsam aber alles andere als überragend. Kein Vergleich zu Langs M eine Stadt sucht einen Mörder von 1930, das ich für ein absolutes Meisterwerk  der Filmgeschichte  halte.

Dennoch gelingt Lang ein solider Kriminalfilm der die Erwartungen der 60er Jahre erfüllt.Wer die klassischen Edgar Wallace Filme mag  wird auch diesen Film mögen.Innerhalb der 60er Jahre gilt der Film  trotz mancher Längen als Klassiker des Krimi Genres.  

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Lincoln




 Ich Habe gestern Steven Spielbergs Lincoln im Kino gesehen. Das fast drei Stunden lange Epos erzählt von Lincolns Kampf  für eine Mehrheit für  den dreizehnten Verfassungszusatz im Repräsentantenhaus  der die Sklaverei Bundesweit abschaffte. Die Handlung des Films setzt dabei am 1. Januar 1865 ein und thematisiert die Geschehnisse bis zur Verabschiedung des Zusatzes am 31.Januar 1865. Für Zuschauer ein wenig gewöhnungsbedürftig sind dabei die im Vergleich zu Heute vertauschten politischen  Rollen. Im Jahr 1865 sind es nämlich die Republikaner die fortschrittlich agieren, während die Demokraten weitgehend auf dem rassistischen Status Quo festhalten.

Lincoln wird als großer Machtstratege porträtiert, der zutiefst davon überzeugt ist, dass eine Versöhnung der Nation nur möglich ist, wenn die Geisel der Sklaverei endgültig ausgerottet wird. Um dieses Ziel zu erreichen  schreckt er vor schlichter Bestechung nicht zurück. Lincoln engagiert ein ganzes Team, dass abgewählte Demokraten denen demnächst das Ausscheiden aus dem Haus droht durch verschiedene Posten innerhalb des Staates dazu bewegen soll ihre Ablehnung des Zusatzes zu revidieren.Dabei wird mit regelrechtem Hass und Verachtung aufeinander losgegangen. Lincoln torpediert sogar ein Friedensangebot des Südens um zu verhindern, dass die Südstaaten rechtzeitig wieder in die Union zurückkehren um die Ratifizierung des 13. Zusatzartikels zu verhindern.

Mir hat der Film recht gut gefallen. Man lernt viel über die Atmosphäre in den USA am Ende des Bürgerkriegs und natürlich über Lincoln und sein rücksichtsloses Handeln. Gelegentlich gleitet der Film ins Predigen ab und für meinen Geschmack hat er auch die eine oder andere Länge und hätte durchaus etwas straffer erzählt werden können. Dennoch kann ich den Film alles in allem empfehlen. Wer Geschichte in Filmform mag macht sicher nichts falsch wenn es sich Lincoln einmal ansieht.

    
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Django Unchained



Ist der neueste Streich von Kult Regisseur Quantin Terentino, den ich Heute als englische OV im Kino gesehen habe.Vor dem Hintergrund der Südstaaten kurz vor dem amerikanischen Bürgerkrieg wird die Geschichte des Sklaven Django ( gespielt von Jamie Foxx) erzählt. Dieser wird von dem deutschstämmigen Zahnarzt und Kopfgeldjäger  Dr King Schulz, (grandios verkörpert von Christoph Waltz)befreit.Der ist hinter den Brittles einer berüchtigten Bande her,weiß aber nicht wie diese aussehen. Dies weiß aber Django. Die beiden schließen einen Pakt und Schultz verspricht Django frei zu lassen sobald die Arbeit getan ist. Djamgos eigentliches Ziel ist es aber seien Frau Broomhilde aus den Händen des Plantagen Besitzers  Calvin Candy ( gespielt von Leonardo Di Caprio ) zu befreien.

Nach einem erfolgreichen gemeinsamen Winter bei dem die beiden nicht nur die Brittles zur Strecke bringen,löst Schulz sein Versprechen ein und hilft Djamgo auch Broomhilde  zu befreien. Zu diesem Zweck schleichen sich die beiden unter falschen Tatsachen auf Candyland ein, kritisch beäugt von Candys Haussklaven, der von Samuel L Jackson verkörpert wird. Damit ist die gesamte Grundstory des Films umrissen.Besonders hervorstechend finde ich Christoph Waltz, der nahtlos an seine Topleistung aus inglorius Bastards anknüpft Der Film lebt von sehr amüsanten Dialogen und natürlich sehr viel Action und Blut, wie immer bei Tarantino üblich.  Ich habe den Umfang der Gewalt bisweilen aber auch einfach als Übertrieben empfunden. Es ist einfach nicht unbedingt nötig solange herum zu ballern, bis das Zimmer komplett in Blut getränkt ist.Tot ist tot  ! 

Insgesamt hat mir der Film aber sehr gut gefallen. Er ist sehr kurzweilig sehr cool und ein wunderbarer Neo-Western.Das war es dann aber auch schon. Große Kunst kann ich nicht erkennen. Wer  etwas für Western übrig hat und nicht krampfhaft nach großer Kunst sucht,dem sei der Film sehr empfohlen !

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Mohammad Reza Mortazavi der Meister der Trommeln !



Gestern Abend war ich das zweite mal in meinem Laben auf einem Konzert von Mohammad Reza Mortazavi. Dieser gilt als einer der Weltbesten Interpreten auf der Tombak und der Daf zwei traditionellen iranischen Trommeln. Was der Mann dabei entfacht ist nur schwer zu beschreiben. Ohne technische Hilfsmittel nur mit seinen Händen und den Trommeln erschafft er faszinierende Klangteeppiche. Mal laut und schnell, mal langsam und leise. Mal mit jeder Menge durchdringendem Bass,mal so meditativ,dass man fast das Gefühl hat man würde einem Trance Stück oder etwas ähnlichem lauschen. Vor allem glaubt man. wenn man die Augen schließt, auf der Bühne stünde ein ganzes Trommel Orchester, dabei ist es nur dieser eine außergewöhnlich talentierte und bescheiden,ja  fast schüchtern auftretende  Mann,der seit einigen Jahren in Berlin lebt.

Am Besten kann man die Musik in sich aufnehmen, indem man nicht auf die Bühne schaut, obwohl die Art und Weise wie Mortazavi mit seinen Instrumenten eins wird beeindruckt. Den höchsten Genuss hat wirklich derjenige,der die Augen schließt und sich von den Klangwelten die  Mortazavi erschafft einfach mitreißen lässt.Ich konnte bei dem Konzert jedenfalls  alles was mich beschäftigt abschalten und einfach nur 2 beeindruckende Stunden Weltmusik genießen. Jeder der etwas für iranische Musik und oder Weltmusik im allgemeinen übrig hat, sollte sich ein Konzert von Mohammad Reza Mortazavi auf gar keinen Fall entgehen lassen !

Nach soviel Lob und unbeholfenen Versuchen  Mortazavis Kunst zu charakterisieren, möchte ich den Eintrag mit einem kleinen Video abschließen, damit Leser und Leserinnen anhand einer kleinen Kostprobe  von Maortazavis Kunst abschätzen können, ob ihnen die Musik eventuell gefällt.

Viel Vergnügen !




Link zum Video


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Funkhaus Europa über die Afghanische Musikszene



 Allen die sich vielleicht schon einemal gefragt haben, wie es in Afghanistan zwölf Jahre nach dem Sturz der Talibanregimes  um die Musikszene bestellt ist, möchte ich die hier eingebundene Musikkolumne des öffentlich-rechtlichen Global-Pop Radios Funkhaus Europa ans Herz legen. 

 Hier bekommt der interessierte Hörer in etwas mehr als  vier Minuten einen kleinen unterhaltsamen Einblick in die aktuelle Musikszene des Landes und ihre große Vielfältigkeit.Man lernt zum Beispiel das es eine einheitliche Afghanische Musik nicht gibt. Wie auch bei so einem Vielvölkerstaat.

Viel Spaß damit !


Direkter Link zu Soundcloud

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Der Hobbit Teil 1 eine unerwartete Reise


Vorgestern habe ich bedingt durch meinen Urlaub etwas verspätet den ersten Teil von Peter Jacksons der   Hobbit Filmtrilogie gesehen. Hier möchte ich kurz meine Meinung zu dem Werk wiedergeben.Was die Handlung an sich betrifft, so ist der Hobbit für mich über jeden Zweifel erhaben. Die Geschichte des Bilbo Beutlin der niet der Gruppe Zwerge unter Führung von Thorim Eichenschild auszieht um den Drachen Smaug, welcher den Zwergen einst  ihr Gold und ihre Heimat genommen hat zu besiegen, gehört  für mich ohne Zweifel zu den besten und schönsten Kinderbüchern die es gibt. Deshalb will ich an dieser Stelle wenig über die Handlung des Films sprechen, sondern mich  vor allem über bestimmte Aspekte der filmischen Umsetzung auslassen.

Inhaltlich spannt der Hobbit Teil 1 den Handlungsbogen vom Aufbruch der Gemeinschaft im Auenland, über ihre Begegnung mit den drei  Trollen, ihre Rast in Bruchtal und ihren Kampf gegen die Orks, bei dem Bilbo verloren geht und auf Gollum trifft und  bekanntlich den Ring findet, bis zur Ankunft der Gemeinschaft am Fuße der Nebenberge. Teil zwei dürfte sich nach meiner Einschätzung nach   unter anderem um Bilbos Abenteuer im Düsterwald drehen

Bei mir hat der des Film zwiespältige Gefühle ausgelöst. Einerseits fand ich den Einstieg in den Film  der unmittelbar vor Bilbo Beutlins 111zigsten Geburtstag liegt nicht gut, denn er beraubt den Hobbit irgendwie seines Charakters als eigenständige Geschichte und degradiert ihn zu einem reinen Herr der Ringe Prequel.Andererseits finde ich die Sequenz in der von der Zerstörung Eribors durch Smaug und die Vertreibung der Zwerge geschildert wird durchaus gelungen.Schade ist, dass in dem Film nur wenig gesungen wird. Gerade mal zwei Lieder kommen vor.  Das ist bedauerlich, denn das Buch lebt sehr von seinen sehr lustigen Liedern etwa bei den Elfen.Eigentlich ist der Hobbit  im Vergleich zum Herren der Ringe ein ziemlich  fröhlicheres Kinderbuch. Mittelerde ist hier viel weniger Düster als beim Herren der Ringe, wo stets der drohende Untergang dominiert.  

Im Film wird  diese fröhliche Grundstimmung leider etwas eingedampft,indem das Schicksal der  entwurzelten Zwerge meiner Meinung nach etwas  überbetont.wird Ich vermute das Thema Heimat und Entwurzelung inklusive des entsprechenden Pathos ist Peter Jacksons Zugeständnis an die Erwartungen des Hollywoodkinos. Ein fröhlicher Kontrpunkt der mir sehr gut  gefallen hat ist da das Auftauchen von Radagast dem Braunen.Er und sein Schlitten mit Kaninchen sorgen für wunderbare Lacher.Gut gelungen fand ich auch die Sequenz mit den drei Trollen. Die drei waren schon immer meine Lieblinge im Hobbit. Toll ist auch das Lied der Zwerge. Erstens muss man es mögen, weil es sehr episch ist und zweitens weil es wie schon geschrieben ohnehin nur zwei Lieder gibt.


Nicht gefallen haben mir die Orks.Sie wirken irgendwie wie Zombies und sind mir viel zu düster.Ich fürchte ich hier zu sehr von den Orks aus dem Rollenspiel das Schwarze Auge geprägt und stimme meinem Freund +Bastian Flinspach zu,dem die Orks auch nicht gefallen hatten.

Trotz der einzelnen Kritikpunkte  ist der Hobbit eine unerwartete Reise  insgesamt ein gelungener Film. Es gibt tolle Landschaftsbilder, eine tolle Musik und eine kurzweilige Handlung Die 3,5 Stunden Film vergehen wie im Fluge. Ich habe mich keine Minute gelangweilt.Wer die drei die  Herr der Ringe Filme mochte wird auch hier seine Freude haben. Von mir gibt es eine 2+ und eine Empfehlung sich den Film auf jeden Fall im Kino nicht entgehen zu lassen.

 
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Der Zauberer von OZ


Diesen Wunderbaren Filmklassiker habe ich Donnerstag Nacht im Rahmen der monatlichen Classic Sneak des Cineplex Marburg genießen dürfen und muss sagen dass ich sehr angetan.Nicht nur die Story  rund um Dorothy die versehentlich in Zauberland  Oz strandet und sich zusammen  mit dem feigen Löwen  der gerne mutig wäre, der Vogelscheuche die gerne Hirn hätte und dem Eisenmann der gerne ein Herz hätte auf eine abenteuerliche Reise  zum Zauberer von Oz macht um selbst wieder nach Hause zu können , ist für sich genommen einfach  nur niedlich und teilweise großartig überdreht und Farbenfroh.

Seine besondere Magie erhält der Film vor allem durch seine  Musik  Lieder. Diese  sind  große Klasse und gehen einem nicht mehr aus dem Kopf.Häufig bestechen sie  mit schönen Wortwitzen. Deshalb ist es eigentlich notwendig Englisch zu können wenn man den Film in vollen Zügen genießen will. Für einen Kinderfilm ist dies natürlich ein wenig hinderlich,schließlich kann das Zielpublikum außerhalb Angelsächsischer Staaten häufig noch kein Englisch. Allerdings dürften Kinder auch ohne volle Kenntnis der Lieder den Film durchaus verstehen und ihren Spaß daran haben. Ich kann ihn jedenfalls nur empfehlen. Diesen Film nicht zu kennen stellt definitiv eine Bildungslücke dar die man schließen sollte.

 
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Was mich an Narnia stört !



Ich habe gerade den zweiten Narnia Film Prinz Kaspian von Narnia im Fernsehen gesehen. Dabei ist mir mal wieder klar geworden, was ich an Narnia einfach nicht mag. Die Geschichten an sich sind nicht das Problem, die sind schön fantastisch und Kindgerecht. Mutige Kinder, sprechende Mäuse und  Biber, für Kids alles Prima. Die Tatsache, dass ich das ganze albern finde schiebe ich mal auf mein inzwischen etwas fortgeschrittenes Alter von immerhin bald 31 Jahren. Wirklich nervig finde ich die penetrante Jesusanalogie. Dabei finde ich die Analogie an sich gar nicht mal so verwerflich,nur so so wie sie C.S. Lewis verpackt ist sie mir  schlicht zu dominant und dann noch durch Hollywood zusätzlich evangelikal  überzeichnet.Sie steht so im Vordergrund, dass die Geschichten viel  ihrer möglichen Spannung verlieren.

Es ist nämlich  letztendlich vollkommen egal was die Charaktere tun, oder wie tapfer sie sind. Am Ende kommt immer Leos Ex Machina Arslan alias Jesus Christus, weckt schlafende Wesen oder aktiviert sonstige Superkräfte,und rette Narna in letzter Sekunde den Arsch. Das mag ja gut und legitim sein, wenn man Kinder spielerisch an das Evangelium heranführen will, ansonsten bevorzuge ich aber Fantasy in der der Ausgang der Geschichte vom Geschick oder Glück der Helden abhängt, statt ihrem unerschütterlichen Glauben an Jesus Christus Super Star. .

Damit will ich Narnia nicht entwerten, den es bleibt neben Tolkiens Arbeiten sicher für alle Zeit ein wichtiger Wegbereiter der Fantasy, nur meinen Geschmack trifft es halt aus den genannten Gründen nicht so richtig, was ich hier einfach mal für mich und die Nachwelt protokollieren wollte.

Nichts für ungut Liebe Narnia Fans !


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Der Gutmensch ist an allem Schuld!



Sie Gutmensch! So schallt es mir regelmäßig entgegen, wenn ich mich auf der Facebookpinwannd des CDU Außenpolitikers Ruprecht Polenz zu einem der vielen Artikel äußere, der sich direkt oder indirekt mit dem Islam und/oder der Integration von Ausländern auseinandersetzt.Lasse ich dann noch durchblicken, welcher Partei ich angehöre wird es vollends bizarr. Meine derzeitige Lieblingsbetitellung ist die folgende: Ich bin ein Zitat"Grünlinker Steigbügelhalter des Islamofaschismus ,der eines fernen Tages am Besten an die Wand gestellt gehört". Manch einer der Netten Menschen sympathisiert nämlich offen mit dem Publizisten Michael Mannheimer, der kürzlich zum Umstürz der Verfassungsmäßigen Ordnung aufrief,weil angeblich die ganze politische Klasse mit Islamisten Kollaboriert.

Ich   will jetzt nicht erneut darauf abheben,welche potenzielle Gefahr ich im erstarken dieses neuen Extremismus sehe, den dies habe ich in letzter Zeit zur Genüge und für manchen Leser oder Leserin  sicher bis zur Schmerzgrenze getan. Interessant finde ich an dieser Stelle etwas anderes, nämlich wie sich der Begriff Gutmensch gewandelt hat. früher waren Gutmenschen liebenswerte Spinner über die man zwar gelästert hat, die man aber gewähren ließ, weil sie harmlos waren. Heute ist der Gutmensch  der Sündenbock schlechthin, der an jedem Ungemach im Staate Deutschland schuld ist. Lesenswert ist dazu auch ein Essay aus der SZ.Es wirft auch die Frage auf, was es eigentlich mit einer Gesellschaft macht,wenn schon das bemühen ein "guter Mensch" zu sein angefeindet wird. Wie soll man eine humane Gesellschaft aufrecht erhalten, wenn solche grundlegenden Werte wie Empathie oder Solidarität heute diskreditiert werden?

Mich lässt die Methamorphose des Begriffs Gutmensch jedenfalls erstmals im Konntext der Islamdebatte weniger wütend, als Vielmehr sehr nachdenklich zurück.Welche Zukunft liegt wohl vor uns, wenn Intoleranz zur Norm und soziales Miteinander verspottet und beschimpft wird? Es kann keine angenehme sein.Deshalb muss mit der systematischen Umdeutung des Begriffs Gutmensch, oder noch grundsätzlicher der Bezeichnung guter Mensch endlich mal Schluss sein!  

 
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Sprayen für Allah! Muslimische Graffiti Künstler in Aktion



Im letzten Beitrag hatte ich bereits über das muslimische Netzwerk Muxlimm berichtet. Jetzt möchte ich eine spannende künstlerische Synthese aus Europa und Islam zeigen. Die folgende Reportage von Arte zeigt einen Graffiti Künstler der mühelos europäische Subkultur und Islam mixt.

Viel Spaß mit dem Video!



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Sita sings the blues


Diesmal möchte ich auf den  charmanten Animationsfilm  Sita sings the Blues hinweisen.  Sita sings the Blues stammt von der amerikanischen Künstlerin Nina Paley Der Film  erzählt in feministischer Lesart das indische Nationalepos Ramayana in feministischer Lesart und verknüpft es geschickt  mit autobiographischen Erlebnissen Paleys. Teile der Geschichte  die sich auf insgesamt 4 Handlungsebenen abspielt werden von indischen Schattenfiguren erzählt und diskutiert,was die Sache sehr schön auflockert. Spaß machen auch die zahlreichen Jazz Stücke von Anette Hanshaw (1901-1985) mit denen die wichtigsten Szenen des Films unterlegt werden.Sehr schön ist auch, dass der gesamte Film unter einer Greative Commens Lizenz  steht und somit frei verbreitet werden kann.

Rund um Lizenzen gibt es auch eine schöne  Geschichte. Sita Sings the Blues wurde nämlich auf Youtube abgesehen von der hier eingebundenen Version durch den GEMA gesperrt , obwohl Paley für die nicht freien Stücke eigens einen Lizenzvertrag mit Sony Musik Entertainment abgeschlossen hatte.Aus Protest gegen diese Maßnahme hat Paley  quasi einen offen Brief an die GEMA  auf Youtube veröffentlicht den ich spaßeshalber ebenfalls hier einbinde 





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Nun viel Spaß mit Sita sings the blues !







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Eine Kleine Kulturgeschichte des Heroin Kokain und Opiums



erzählen die Macher des Alternativlos Podcasts in ihrer neusten Folge.Locker und Unterhaltsam aber auch gut recherchiert wird über die Geschichtliche Entwicklung von Drogenkonsum und Drogenschmuggel, die Gründe für Drogenverbote aber auch die Herstellung von Drogen geplaudert.

In den rund Zwei Stunden wird aber auch nicht mit Anekdoten gespart, sodass der Podcast keineswegs zu einer langweiligen Geschichtsstunde gerät. Auch ein Blick in die Linkliste zum Podcast lohnt durchaus, bietet sie doch interessante weiterführende Informationen.

Nun aber genug der Vorrede !

Viel Spaß mit dem Podcast!

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Cat Stevens Aka Jusuf Islam gibt Deutschland Comeback!



hier ein weiterer Beitrag aus der Kategorie Menschen von denen man gar nicht mehr wusste ob sie noch leben,oder was sie tun. Vor einiger Zeit hatte ich auf ein Interview mit dem Kinderbuchautor Janosch verwiesen. Diesmal geht es um Jusuf Islam, bis 1977 auch als Cat Stevens bekannt. Danach konvertierte er zum Islam und machte sich 1989 zur Unperson als er die Fatwa Khomeinis gegen den britisch-indischen Schriftsteller Salman Rushdie verteidigte.

Seit einigen Jahren macht er jetzt wieder Musik und gibt ab 10. Mai erstmals seit 35 Jahren wieder Konzerte als Cat Stevens. In Deutschland. Aus diesem Anlass hat er der Welt an Sonntag ein wie ich finde gutes Interview gegeben, welches ich hiermit zur Lektüre empfehlen möchte.

Für alle die sich jetzt fragen woher man Cat Stevens kennen sollte hier noch ein Video als Gedächtnisstütze!

Viel Vergnügen mit; Interview und Video!





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Janosch im Interview




Hier mal eine wirkliche schöne Reminiszenz für alle die mit den tollen Janosch Büchern rund um den kleinen  Tiger, den kleinen Bär und Tante Gans aufgewachsen sind. Man denke nur an das wunderbare Oh wie schön ist Panama oder die charmanten Fernsehumsetzungen unter dem Titel Janoschs Traumstunde.

Eben Jener Janosch weilt tatsächlich noch unter den Lebenden und hat je nach Standpunkt Heute bzw. gestern seinen 80. Geburtstag gefeiert.Der Medien scheue Autor hat bei der Gelegenheit dem Freitag ein launiges Interview über sein  Leben,die Tigerente und die besten Tricks zum Glücklich sein gegeben. Man erfährt zum Beispiel dass Janosch eigentlich Horst Eckert heißt,diesen Namen aber ablehnt und grundsätzlich als Herr Janosch unterschreibt.

Viel Spaß mit dem Interview!

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Ta’arof - Der Iranische Knigge



Eine der Viele Besonderheiten der Persichen Kultur istTa’arof. Das ist sozusagen die Iranische Form des Knigge. Hier ist nach einem extren feinsinnigen Code geregelt was man wann und wie annimt oder ablehnt, oder welche Höflichkeitsformen zu beachten sind. Mir war Ta’arof  auf meinen Exkursionen nie bewusst und so mus ich leider feststellen das ich mich seinerzeit teils böse daneben benommen habe. gelernt habe ich das auf dem Blog meiner Komilitonin Christine . Die war nicht nur 2008 eine meiner Reisegefährtinnen, sondern darüber hinaus  bis vor kurzem ein halbes Jahr zum Studieren im Iran.Sie kennt das Procedere alson ganz gut.Die wichtigsten Regeln hat Christine in einem wie ich finde Charmanten Eintrag zusammengefasst.Mit seiner Hilfe  sollte es mir und auch jedem Leser möglich sein die schlimmsten Fallen zu umschiffen

Danke für diesen Service Christine!

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Iran 2008 Wiedersehen und neue Einsichten


wieder geht es in den Iran. Lange Vorreden erspare ich euch diesmal. Motivation sich noch einmal in die Islamische Republik zu wagen war diesmal schlicht und einfach der Wille noch einmal eine andere Ecke des Landes zu sehen, den unsere Route verlief diesmal anders.Wer sich dennoch für meien Innere Motivation bezüglich des Iran interessiert, den verweise ich auf die Ausführliche Einleitung meines Reiseberichts 2007  



5.Und 6. 7.2008

Um 9 Uhr morgens traf sich die Gruppe am Marburger Hauptbahnhof, wobei uns dankenswerterweise die Koffer abgenommen und per Auto nach Frankfurt transferiert wurden. Andernfalls hätten mich mitreisende mit meinem Koffer und der zusätzlichen Tasche wohl auch gehasst. Als Besonderheit dieser Gruppe stellte sich übrigens heraus das wir mit Yasmina und Georg zwei Persisch Sprecher in der Gruppe hatten, im Fall von Yasmina sogar gewissermaßen eine Muttersprachlerin, den ihr Vater ist Perser, sodass sie zweisprachig aufgewachsen ist. Die Zugfahrt nutzten wir dann auch dazu einige Persische Vokabeln und Sätze auszutauschen:
Man Henning Hastam =Ich heiße Henning
Bebachschid = Entschuldigung
Nuschejan =Guten Appetit
Schapache Gute Nacht
Merci Danke alternativ heli mam nun
Salom = Hallo guten Tag

Ansonsten verlief alles dem letzten Jahr sehr ähnlich mit dem Unterschied, das wir auf dem nagelneuen Imam Komeni Airport landeten. Nach der Landung ging es wieder in den kultigen Minibus. Diesmal fuhren wir allerdings direkt Richtung Esfahn und sparten uns das Khomeini Mausoleum, weil dies einen zusätzlichen Umweg bedeutet hätte. Allerdings holten wir diesen Programmpunkt zu einem späteren Zeitpunkt nach. Um halb acht am nächsten Morgen trafen wir dann bei Familie Malmanesh ein, und dort gab es wieder ein großes Hallo. Für mich war diese Begrüßung gleich etwas besonderes dar sich natürlich viele Familienmitglieder an mich erinnerten, sodass es für mich in erster Linie ein Großes Wiedersehen war. Nach einem guten Frühstück und einigen Stunden Schlaf gab es dann Mittagessen und zwar Kebab. Danach gab es dann erste spaßige Versuche des gemeinsamen Spielens über Sprachgrenzen hinweg. Gegen Sechs brachen wir dann zur Erkundung des Imam Platzes auf, und besuchten wie im letzten Jahr den traditionellen Handwerker Markt. Dort erhielten wir in einem Teppich Geschäft eine umfassende Einführung in die Geheimnisse des Teppichknüpfens.Anschließend machten wir es uns auf den Grünflächen des Imam Platzes gemütlich. Hier treffen sich im Sommer viele Familien und Junge Menschen zum Picknick. Erstaunlicherweise kann ich mich nicht erinnern das wir dies letztes Jahr gemacht hätten. Insgesamt ein äußerst entspannter Abend der mit einem zweistündigen Spaziergang nach Hause gekrönt wurde.

Der Imam Platz

Abendlicher Trubel auf den Grünflächen des Imam Platz



7.7.2008

Zunächst besuchten wir die Lotfollāh Moschee einen wunderschönen Bau der letztes Jahr noch nicht auf dem Plan stand. Danach ging es wie letztes Jahr in die Blaue Moschee was wie letztes Jahr sehr beeindruckend wahr. Nach wie vor ein wunderschöner Bau mit toller Akustik. Anschließend ging es zu einem ausgedehnten Gang über den Basar wobei sich erneut bestätigte das der Einheimischen Bazar wesentlich interessanter und atmosphärischer ist als der auch vorhandene Basar für Touristen. Nach einem lecker Mittagessen und etwas Schlaf ging es dann mit der ganzen Familie zum Picknick an die Khaju-Brücke.
Lotfollāh Moschee 1

Lotfollāh Moschee 2

Lotfollāh Moschee 3

Der Autor in der Lotfollāh Moschee

Blaue Moschee 1

Blaue Moschee 2

Innenhof der Blauen Moschee

Mein absolutes Lieblingsbild aus der Blauen Moschee 

Gewürze auf dem Basar

Die Khaju-Brücke

Gesang unter der Khaju-Brücke



8.7.2008

Aufbruch zur Rundreise. Morgens Aber ging es zunächst zu einem Rundgang über den Märtyrer Friedhof was wie im letzten Jahr auf die Stimmung drückte. Tot und Krieg sind eben ernste Themen . Danach ging es in das Sprachinstitut in dem Mariam unterichtet was sehr amüsant war.Die Begeisterung mit der uns die Sprachschülerinen Fragen stellten machte Spaß, endete aber natürlich an sensibelen Stellen. Die Sprachlehrerin achtete mit Argusaugen darauf , dass keine politischen Fragen gestellt wurden Nach dem Mittagessen ging es dann nach Nain und hier erwartete uns ein wahres Mammut Programm.
Zuerst ging es wie im letzten Jahr zur Quelle mit den riesigen alten Affenbrotbäumen, wo wir uns stärkten, um dann das Mausoleum eines berühmten persischen Lyriker aufzusuchen, über das Herr Mohamadis Vater die Aufsicht führt was uns überhaupt erst die Türen öffnete. Hier gab es Tee, was überhaupt eine wichtige Grundregel in diesem Land ist. Egal wo man hin kommt es gibt immer Tee und meist auch noch Obst. Wer keinen Tee mag, der hat es schwer in diesem Land, ganz abgesehen davon das man sich bei der Hitze keinen Gefallen tut keinen Tee zu trinken, wirkt er auf den Körper doch im Endeffekt kühlend und hilft so die enorme Hitze besser zu überstehen.Anschließend ging es Analog zum Letzten Jahr wieder zu den Webern die in Erdhöhlen arbeiten die von Außen an Tatooine aus Starwars erinnern und wahnsinnig niedrig sind. Hier werden die Gewänder der Mullahs aus Kamelhaar hergestellt. Ich nutzte die Gelegenheit ein solches Gewand überzustreifen und muss sagen sie Kratzen unglaublich. Als Iranischer Geistlicher darf man offensichtlich keine Ansprüche an Hautfreundlichkeit stellen.Bei der Gelegenheit entstanden dann auch einige nette Fotos.
Danach ging es weiter zu Basar und Freitagsmoschee die nett anzusehen war, mich aber nicht besonders beeindruckte, Ich fürchte als Atheist und Kirchen Hasser geht mir die Magie sakraler Orte etwas ab.Als nächstes ging es ins Heimatmuseum, das wie im Letzten Jahr einige nette Nachgestellte Szenen aus dem früheren Alltag in Nain und altes Werkzeug bot. Am Ende des Tages ging es dann schließlich ins Sporthaus, wo wir eine wunderbare Performance geliefert bekamen. Diese Synthese aus traditioneller Frömmigkeit und alten Vor islamischen Gymnastikübungen und Tänzen ist und bleibt einfach beeindruckend. Schade nur das ich völlig erschöpft bin und die ganze Zeit gegen den Schlaf ankämpfe. Dennoch ist es mir gelungen neben Fotos auch Videos aufzunehmen, die hoffentlich die Atmosphäre ein wenig transportieren. Anschließend stand nur noch schlafen an. 

 
Märtyrer Friedhof

Quelle Bei Nain

Mausoleum für Persischen Lyriker in Nain

Im Mausoleum

Weberwerkstatt von Außen

Werbewerkstatt Innen.Es ist eng und niedrig

Mullah Mohamdi

Der Autor zusammen mit Mister Mohamdis Sohn der Aussieht wie eine Miniaturausgabe von Ahmadineshad und nebenbei bemerkt auch ähnlich redet.
Wachsfigur im Heimatmuseum

Werkzeuge

Tonkrüge für Vorräte

Familie im Wohnzimmer Die Zwei wärmten sich mit Hilfe von Holzkohle

Im Sporthaus 1

Sporthaus 2


Sporthaus in Bild und Ton 1

Sporthaus in Bild und Ton 2



9.7.2008

Aufbruch nach Yast, dem Zentrum der Zoroaster von denen es im Iran noch etwa 10.000 gibt.Auf dem Weg machen wir kurz halt in einer Töpferei, was einige für Einkäufe nutzen In Yast angekommen fahren wir erstmal wohlgemerkt unangemeldet zum Zoroasterverband in der Hoffnung ein Gespräch zu bekommen, Natürlich klappt das nicht,den auch der Iran kennt so etwas wie Sommerurlaub, und so sind wir völlig umsonst durch die Mittagshitze gestapft. Typisch Mohammad. Da wir jetzt eh angestrengt sind machen wir auch keine Pause sondern fahren zu einer Alten Kultstätte der Zoroaster. Auf einem Hügel haben sie bis zum Verbot 1970 ihre Toten abgelegt und ihre Gebeine nachdem sie von Geiern abgenagt wurden in Felshöhlen deponiert. Zoroaster glauben nämlich an die Heiligkeit der Vier Elemente die ihrer Ansicht nach bei Erdbestattungen verunreinigt werden, Heute löst man das Dilemma mit Beton Särgen . Dar die Höhlen in keiner Weise touristisch erschlossen sind bleibt nur Krakseln. leider schaffe ich es aber nicht bis ganz oben. Nach erfolgreichem Abstieg geht es dann zum Feuertempel dem Heiligtum der Zoroaster.Das ist verglichen mit Christlichen Kirchen oder Moscheen von Gerade zu schockierender Nüchternheit und bietet nicht mehr als einen Schlichten Raum mit Marmor Boden an dessen Ende man die Heilige Flamme hinter einer Scheibe brennen sieht. Diese ist angeblich seit 200 Jahren nicht mehr erloschen, was Herr Mohamadi als Lüge bezeichnet. Andererseits stellt er aber fest das er die Zoroaster mögen würde, dar ihr Glaube viele Parallelen zum Schiitischen Glauben aufweise. Auch der Verantwortliche im Tempel berichtet von einem Harmonischen Zusammenleben zwishen Schiiten und Zoroastern.Unter dem Strich alles nicht spektakulär aber die Begegnung mit diesem alten im Verschwinden begriffen Kult war dennoch eine Bereicherung. Anschließend besuchen wir den alten Bazar von Yast, wo man vom Turm einer Moschee aus einen Tollen Blick auf die Stadt erhält.Danach beschließen wir dann bereits einen Teil der sehr langen Strecke nach Mashad zurückzulegen was auch gelingt. Die Suche nach einem Quartier für die Nacht endet aber desaströs. Wir landen in einem Rattenloch von Hotel, am Rande der beginnenden Salzwüste. bei dem ich es vorgezogen hätte mit Schlafsack und Isomatte vor der Tür zu schlafen. Leider wollen die anderen Waschlappen aber unbedingt Duschen und in einem Bett Schlafen. Bett muss man hier aber mit Holzpritschen ohne jede Federung übersetzen. In diesem Moment hasse ich meine Mitreisenden.

Reste eines vor islamischen Bauwerks bei Yast


Feuertempel Yast

Vor dem Bazar in Yast


Yast von Oben

Yast von Oben die Zweite

Yast von Oben die Dritte

Freitagsmoschee Yast



10.7.2008

Weiterfahrt nach Maschad an, einem der Heiligsten Orte des Schiitischen Islam, den Hier liegt Imam Reza begraben. Der ist im Jahr 818 hier in der Nähe ermordet worden und ist für die Schiiten der 8. Imam. Die Fahrt nimmt den Ganzen Tag in Anspruch, wobei wir die Salzwüste Dasht-e Kavir durchqueren. Die ist vor allem mörderisch heiß ansonsten aber wenig aufregend.Außerdem machen wir einen Zwischenstopp in den zum Weltkulturerbe zählenden Gärten von Tabris. Die sind wirklich einen Besuch wert,aus ökologischer Sicht aber Blödsinn, weil hier Unmengen Wasser aufgewendet werden um einen Garten mehr oder weniger in der Wüste am Leben zu halten. Erst um Kurz vor Mitternacht kommen wir in Maschad an. Weil uns ein besonderes authentisches Pilger Erlebnis ermöglicht werden soll mieten wir uns in eine kleine Wohnung ein, wie sie hier für Pilger vermietet werden. Nach dem Abendessen gehen wir nicht etwa schlafen, sondern stürzen uns gegen 2 entsprechend bekleidet ins Pilger Getümmel Richtung Imam Ali Moschee. Vor allem für die Frauen bedeutet dies einen ziemlichen Aufwand den sie müssen sich den Tschador anlegen. In der Moschee angekommen wird die Direktive ausgegeben uns falls wir angesprochen werden als Konvertiten aus Deutschland auszugeben. Dies ist wichtig denn nicht Muslimen ist das Betreten dieses Heiligtums verboten Dieses ist erstens Riesig und zweitens absolut beeindruckend. Edele Teppiche, Blattgold, Spiegel Kunstschätze ein wahres Monument das einen staunen lässt. Leider ist fotografieren streng verboten. Es herrscht Hochbetrieb, der sich auf dem riesigen Areal allerdings ganz gut verteilt. Ziel der Pilger ist indessen früher oder Später der Schrein des Imams. Hier lässt sich Frömmigkeit und Ektase in einer für säkulare Westler unglaublichen Intensität erleben. Es wird gebetet gemurmelt geschluchzt geschrien. Ich erkenne das Schiiten einen unglaublichen Hang zur Melodramatik aufweisen und schwanke zwischen Faszination und Scham. Ist es in Ordnung sich als falscher Muslim an einen solchen Ort zu begeben und die Ekstase dieser Menschen die in tiefem Glauben aufgehen zu beobachten wie ein spannendes Naturereignis? Irgendwann ziehen wir uns dann in den Innenhof zurück um noch etwas zu schlafen. Dabei bekomme ich im Halbschlaf mit dass ein Wächter spielende Kinder verjagt. Sie sollen gefälligst die Deutschen Brüder schlafen lassen. Wenn der wüsste. Gegen 5 wird es dann wieder spannend das Morgengebet steht an und circa 10.000 Gläubige wiegen sich wie eine große Masse synchron zu den Worten des Vorbeters. Schlicht und einfach beeindruckend. Wer so etwas mal miterlebt hat kann die Magie von Masseninszenierungen vielleicht etwas besser verstehen.Wenig später geht die Sonne auf und wir werden Zeuge der eigentümlichen Integration persischer Rieten in den Islam. Der Tag wird mit einer Musik auf Trommeln und Blasinstrumenten begrüßt. Heraus kommt das wahrscheinlich seltsamste, das ich bisher gehört habe. Am Ende dieses Ritual werden wir dann Zeuge einer Wunderheilung als ein Mann unter dem Erstaunten Aufschrei der Gläubigen aus seinem Rollstuhl aufsteht Anschließend geht es nach Hause und während die Stadt erwacht fallen wir erstmal völlig erschöpft ins Bett.
Impressionen aus den Gärten von Tabris

Kleiner Teich mit Fontäne 
Ein Schwan 
Und nochmal 3 Vögel 


11.7.2008


Heute passiert nicht viel. Schlafen Dösen Lesen Essen Schlafen beschreibt es eigentlich ganz gut. Abends begeben wir uns in die Stadt. Die ist trist dreckig fromm und Überfüllt.Kurz und Gut vom Touristischen Standpunkt her überhaupt nicht attraktiv. In einem Fotogeschäft machen wir einen Mörderisch Kitschige Fotomontage der Reisegruppe vor heiligen Motiven schließlich sind wir jetzt Mashadis haben also einen Ehrentitel erworben. Wir beschließen den Tag relaxt in einem Teehaus.

12.7.2008

Weiterfahrt Richtung Teheran. Diese verläuft Ereignislos abgesehen von einem Zwischenstopp in einer alten Karawanserei. Wir übernachten in einem staatlichen Hotel in Semna. Das ist Sauber und gepflegt und bietet alles was man von einem Modernen 3-4 Sterne Haus erwarten darf. Einen störenden Punkt gibt es aber doch. In den Hotels der Islamischen Republik herrscht strikte Geschlechtertrennung, es sei denn man kann nachweisen das man verheiratet ist. Das bedeutet für unsere Pärchen Christoph und Dorett sowie Jasmina und Georg die Zwangsläufige Trennung.


13.7.2008

Nachmittags treffen wir in Teheran ein. Die Stadt gefällt mir nach wie vor nicht, wir wohnen allerdings ziemlich gut in der Wohnung eines Iranischen Wissenschaftlers der zu dieser Zeit in Berlin lehrt und uns seine Wohnung netterweise überlassen hat. Dar diese im Norden der Stadt liegt ist auch die Luft ganz erträglich.Nachdem wir von der Mutter unseres Gastgebers herzlich empfangen und verköstigt wurden wird erstmal ein bisschen deutsches Fernsehen geschaut und anschließend durchaus angeregt über die moralische Frage debattiert ob man seinem Partner Fehltritte zum Beispiel im Urlaub beichten soll oder nicht.Ausgelöst wurde diese Debatte wiederum durch die Tatsache das  Josefine trotz Freund in Deutschland aufs heftigste mit Mohammads Neffen Mahdi anbandelte, aber das ist eine andere Geschichte die hier nicht mehr Thema sein soll.Jedenfalls setzt sich am Ende der Diskussion die Fraktion der Schweiger durch.Abends fahren wir dann wie im letzten Jahr zum Essen nach Darband Das war erneut sehr lecker und entspannt aber auch ein wenig strapaziös, den Darband ist eine Schlucht die komplett mit Restaurants gefüllt ist,und wenn man ein Restaurant relativ weit oben wählt muss man ganz schön klettern.


Lichtermeer in Darband

Entspanntes Essen auf den Plattformen im Fluss



14.7.2008

Wie im Vergangenen Jahr Besuch beim Institute for Political and International Studies (IPIS), einem Think Tank der dem Außenministerium untersteht. Die Diskussion verläuft relativ lahm und vorhersehbar. Erneut betont man seinen Friedenswillen und seine Interesse an guten Handelsbeziehungen, und erneut wird die spezifische Sicht der Iranischen Eliten auf die Welt deutlich. Tendenziell ist Europa eine Marionette der USA, während der Iran heldenhaft seine Unabhängigkeit bewahrt Fragen nach dem Atomprogramm wird mit Verweis auf Israel und Pakistan sowie die doppelten Standards des Westens begegnet. Ansonsten lässt sich feststellen, dass man uns im Vergleich zum Letzten Jahr deutlich weniger wichtig nimmt.Während im Letzten Jahr noch die Sprecher aller Forschungsbereiche mit uns diskutierten, ist es diesmal nur eine Professorin und ein ex-Botschafter des Iran der sich mit uns auseinandersetz. Außerdem ist noch eine Klasse Jung Diplomaten anwesend. Diese stellen sich aber relativ dämlich an, und konfrontieren uns in vielen Hintergrundgesprächen die wir nach Abschluss der Diskussionsrunde führten unverblümt mit der Auschwitzlüge. Auch sind sie uns in Analytischer Hinsicht keineswegs überlegen, sondern eher das Gegenteil. Wenn diese Menschen die neue Botschafter Elite des Iran werden steht es nicht gut um das diplomatische Chors der Islamischen Republik.Interessant waren die Diskussionen dennoch, und bei einigen hatte ich auch durchaus das Gefühl sie ein wenig nachdenklich gemacht zu haben. Vielleicht konnten wir einen winzigen Beitrag leisten ihre Sicht auf die Welt etwas zu verändern.
Anschließend besichtigen wir noch eine ehemalige Residenz des Schah. Hier wird der unglaubliche Prunk der Pahlawi Dynastie deutlich. Alles wirkt so als sei der Schah nur kurz weg, und würde bald wieder kommen.Sogar persönliche Gegenstände der Familie sind in Vitrinen ausgestellt. Man kann sich den Unglauben vorstellen, der die Menschen ergriff als sie nach der Revolution den Palast besichtigten, und man merkt das er bis heute als propagandistische Waffe genutzt wird.Programmpunkt Nummer drei an diesem Tag ist dann schließlich noch ein Kurzer Besuch bei einer Kunstsammlung, die einst Fahra Diba gehört hatte.

Impressionen aus der Residenz des Schah



15.7.2008

Rückfahrt nach Esfahan. Als erstes fahren wir zum Kohmeni Mausoleum. Das ist immer noch gewaltig, und noch immer nicht fertig. Ich habe das Gefühl dass garn kein Interesse besteht irgendwann fertig zu werden,immerhin baut man jetzt schon fast 20 Jahre daran.Offensichtlich macht man ein Gutes Spenden Geschäft, Die fliesen äußerst reichlich In der Regel kommen so viel Spenden herein,das Große Staubsauger das Geld aus Kohmenis Grabkammer saugen. Anschließend machen wir erneut Station in Gom, das sich als eine wahre Gluthölle heraus stellt, die wir alle schlimmer finden als die Dasht-e Kavir. Das ist schon ein wenig erstaunlich wenn man bednkt, das die Dash-e-Kavir als eine der Lebsnfeindlichsten Regionen überhaupt gilt.In Gom angekommen besuchen wir wie im Letzten Jahr einen Mullah der mit Herrn Mohamadi verwandt ist. Das klappt auch ganz gut, bis er am Ende der Diskussion einiges äußert das er sich letztes Jahr nicht getraut hat. Er verteidigt nicht nur die Fatwa gegen Rushdie, sondern erklärt Humanismus und Menschenrechte für unvereinbar mit dem Islam. Ein seltsames Ende wenn man vorher zwei Stunden eine moderate Linie gehalten hat, und natürlich aus westlicher Perspektive inakzeptabel. Abends dann Ankunft bei Familie Malmanesh. Home sweet Home!
Eingang des Mausoleums Ist und bleibt eine Baustelle wie man sieht

Blick in die Grabkammer Links einer seiner Söhne rechts der Meister selbst

Der Mullah und seine Frau




16. 7.2008

Relaxen bei Malmaneshs. Erst schlafen bis Mittags, dann Essen und nach einer weitern Runde Entspannung geht es Abends zur Familienfeier außerhalb der Stadt.Die Feier war erneut sehr Stimmungsvoll, allerdings weniger wild als letztes Jahr. Super war der Swimmingpool in dem man schwimmen dürfte. Ich mache an diesem Abend noch Bekanntschaft mit einer Kakerlake die sich in mein Hosenbein verirrt hatte.


17.7.2008



Vormittags Besichtigung des Armenischen Viertels samt seiner wunderschönen Kirche in der Fotografieren verboten ist. Auffällig am Armenischen Viertel ist seine deutlich enspanntere Atmosphäre. Es gibt Cafés und Alkoholfreies Bier. Alles ist wesentlich ungezwungener und weniger repressiv als im Rest der Stadt. Ein wirklich angenehmer Kontrast.

Abends schauen wir uns dann zwei westlich geprägte Einkaufspassagen an, und spazieren zur si-o se-Pol Brücke, wo wir uns mit Mitgliedern von Mariams Deutschkurs trafen und uns gut unterhielten.

Impressionen aus dem Armenischen Viertel

Southpark schaffst auch in den Iran

Islamische Schaufensterpuppen in besagter Einkaufspassage
Si-O-Se Pol Brücke


18.7.2008

Bizarrer Tag. Mohamad weckt uns mit den Worten Wollt ihr Tote sehen? Er ist nämlich der Meinung, dass zum Erleben einer Kultur auch der Tod gehört. Deshalb fahren wir nach dem Frühstück auf den Friedhof und können einen kurzen Blick auf eine Totenwaschung werfen. Auch bei der anschließenden Beerdigung sind wir zugegen. Der Schiitische Hang zur Hemmungslosen Trauer bestätigt sich auch hier. Während auf Deutschen Beerdigung vor allem die innere Einkehr und Zurückhaltung propagiert wird,herrscht hier hemmungsloses Wehklagen. Diese kulturelle Differenz ist zwar interessant, dennoch ist uns allen dieser Programmpunkt eher unangenehm während Mohamad begeistert Fotos macht.Der Mann ist einfach nur schmerzfrei. Am Ende sind wir alle froh als es zum Mittagessen nach Hause geht. Abends essen wir dann mit dem gesamten Malmaneshclan im Weltberühmten Hotel Abasi Anschließend. spazieren wir alle Gemeinsam nach Hause. Markus und ich haben dabei die entzückende Schafire an der Hand und wirken wie die Schwule Kleinfamilie.

 Hotel Abasi 1 


Hotel Abasi 2



Hotel Abasi 3  


Schafire 1 



Schafire 2




19.7.2008
 

Dieser Tag lässt sich mit einem Wort beschreiben. Basar. Den ganzen Tag sind wir Unterwegs um unsere Mitbringsel zusammen zu tragen. Ich erwerbe 2 große Wasserpfeifen. Abends Regnet es kurz, für ein so trockenes Land wie den Iran  durchaus ein Ereignis.


20./21.7.2008

Zeit Abschied zu nehmen. wir verbringen noch einmal einen netten Tag mit der Familie. Nachmittags beginnt dann das große Packen. Zum Abendessen gibt es das was man hier Pizza nennt. Das sind kleine Mini Pizzen, bei denen allerdings auf die Tomatenmark Unterlage verzichtet wird.Stattdessen macht man sich hier Ketchup oben drauf. Schmeckt zwar nicht wirklich wie Pizza ist aber lecker.Zum Schluss gibt es dann noch eine Große Bescherung, bei der wir unsere zahlreichen Gastgeschenke an den Familienclan verteilen. Gegen 21 Uhr treten wir dann die Fahrt zum Flughafen an. Die verläuft ohne erwähnenswerte Ereignisse. Früh Morgens kommen wir dann am Flughafen an, und nehmen Abschied von Herrn Mohamadi,dem besten und nettesten Autofahrer den ich kenne. Nach elend langem Chek in besteigen wir schließlich den Flieger und trennen uns Schließlich um 13 Uhr Deutscher Zeit am Flughafen Frankfurt. Ein Teil von uns, darunter auch ich tingelt dann noch mit der Bahn nach Marburg, wie auf dem Hinflug um unser Gepäck erleichtert.Schließlich wird dieses am Hauptbahnhof Marburg noch aufgelesen, ehe es endlich nach Hause geht wo ich gegen 16 Uhr endlich ankomme.

Bescherung zum Abschied 


Und ein letztes Abschiedsfoto 


Fazit


Was bleibt nach Zwei Reisen in den Iran?

Erst einmal kann ich sagen das mir das Land gefällt. Man sieht sehr viel Kultur und trifft viele sehr Gastfreundliche Menschen, die zumindest zu einem Teil in ihrem schiitischen Glauben verwurzelt sind. Anstrengend ist natürlich manchmal der diktatorische Charakter der Islamischen Republik, von dem man aber als Tourist nichts bemerkt,solange man sich an die Kleidervorschriften hält und nicht gerade Hand in Hand mit der Freundin durch die Gegend flaniert, oder versucht gemeinsam zu baden um nur einige Beispiele der Vielfältigen Schikanen zu nennen. Dennoch hatte ich nie das Gefühl von diesen Beschränkungen erdrückt zu werden, was sicher auch damit zu tun hat dass ich keine Frau bin. Ich halte aber generell nichts davon durch diktatorische Staaten zu laufen und sich fortwährend über die Defizite des jeweiligen Staates zu beklagen. Täte man dies dürfte man auch keine Ägypten oder Tunesien Urlaube machen, und ob den Menschen vor Ort durch Reiseboykott geholfen wäre bezweifele ich. Außerdem helfen Exkursionen wie diese den Interkulturellen Dialog zu beleben, und als Demokrat und Gegner des Clash of Cultures glaube daran das sich Gesellschaften verändern können. Das gilt auch für den Iran wo schon heute vielversprechende Ansätze einer Zivilgesellschaft existieren. Sie ist es auch die eine Reform der islamischen Republik erzwingen muss, den das Parlament und die anderen Republikanischen Elemente sind durch die weitrechenden Vetorechte des Obersten Geistlichen Führers nicht in der Lage Liberalisierungen durchzusetzen,was Das folgende Schema der Dualen Machtstruktur verdeutlicht



"Theokratische" Institutionen

Geistliches Oberhaupt (Faghi)
  • 1980-1989 Ayatollah Khomeini, seit 1989 Ayatollah Khamene'i,
  • wird auf Lebenszeit von der Expertenversammlung ernannt,
  • Staatschef und Oberkommandieren der Streitkräfte,
  • Ernennt den Chef der Judikative.
Wächterrat
  • bestehend aus sechs Geistlichen, die vom Faghi ernannt werden und sechs Juristen, die vom Parlament gewählt werden
  • bestimmt über die Zulassung von Kandidaten zur Wahl des Parlaments, der Expertenversammlung und der Kommunalregierungen,
  • überprüft die Übereinstimmung von Politik und Gesetzen mit dem Islam.
Expertenversammlung
  • bestehend aus 83 Geistlichen, die alle acht Jahre in allgemeinen und geheimen Wahlen bestimmt werden,
  • ernennt den Faghi,
  • interpretiert die Verfassung und sichert die Übereinstimmung von Gesetzen mit dem Islam.

"Säkulare" Institutionen

Präsident
  • von 1989-1997 Hashemi Rafsandjani,-1997-2005 Mohammed Khatami, seit 2005 Mahmoud Ahmadineshad   
  • direkt für vier Jahre und maximal zwei Amtszeiten gewählt,
  • Chef der Exekutive.

Parlament
  • 270 Abgeordnete beiderlei Geschlechts,
  • direkte Wahl alle vier Jahre,
  • verabschiedet Gesetze.
Regierung
  • vom Präsident ernannt
  • vom Parlament bestätigt
Oberster Gerichtshof
  • höchste juristische Instanz
  • Vorsitzender: Ayatollah Shahrudi (seit August 1999)
  • Der Vorsitzende wird vom Faghi auf unbestimmte Zeit ernannt und bestimmt seinerseits die amtierenden Richter.


Der Ansatzpunkt zur Durchsetzung substanzieller Reformen ist also nicht das Parlament oder die Präsidentschaft,sondern eine Beschneidung der Kompetenzen des Geistlichen Oberhauptes,der Expertenversammlung und des Wächterrats. Gelingt es der Zivilgesellschaft nicht hier Reformen zu erzwingen kann wohl nur auf den Tod des Faghi und das allmähliche Nachrücken liberalerer Kleriker in die Theokratischen Institutionen gewartet werden Sicher Keine Lösung ist ein Gewaltsamer Regime Change, den dieser würde zu einer nationalen Mobilisierung führen und das Mullah Regime nur stabilisieren.
Ich finde das Land jedenfalls spannend und würde jederzeit noch einmal hin fahren, allerdings nicht so bald und auch nicht im bisherigen Rahmen, weil sich einfach zu viel wiederholen würde.Ich kann aber Reisen in den Iran nur empfehlen. Vorausgesetzt man ist bereit sich den Regeln der Islamischen Republik zu unterwerfen braucht man keine Angst zu haben.
Henning | , , | 2 Kommentare
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