Donnerstag, 22. März 2012
Freitag, 2. März 2012
Es ist mal wieder ein zweiter März und seit nun mehr 6 Jahren ist dies der Geburtstag dieses wunderbaren Blogs. Dieser hat bedingt dadurch, dass ich seit Oktober quasi unter die arbeitende Bevölkerung gegangen bin in Sachen Postingfrequenz und Besucherzahl nachgelassen ist aber nach wie vor nicht tot. Nach der riesigen Enttäuschung rund um Persisch nehme ich jetzt wieder verstärkt die Arbeit an der Dissertation auf, die nach der Ablehnung durch die Heinrich-Böll-Stiftung grundlegend neu konzipiert wird,dabei aber leider nur sehr sehr langsam neue Konturen annimmt.
Es gibt aber auch erfreuliche Entwicklungen. Durch die Vermittlung meines geschätzten Kollegen Jens habe ich die Chance im Rezensionsjournal Sehepunkte meine erste Buchrezension und damit zugleich meine erste offizielle wissenschaftliche Veröffentlichung zu platzieren. Zusätzlich überlege ich meine Magisterarbeit bei Grin.com zu veröffentlichen. Der Vorteil daran wäre dass man sie dann als Buch kaufen und offiziell zitieren kann.
Auch werde ich noch diesen Monat weiter Konferenzerfahrung sammeln. vom 29-31. März werde ich an der Jahrestagung der Sektion „Vergleichende Politikwissenschaft“ der DVPW zum Thema‚Prädemokratie‘, ‚Postdemokratie‘, ‚Autokratie‘? Zum Stand vergleichender Herrschaftsforschung teilnehmen. Die Tagung hat zwar mit der Dissertation nichts zu tun, bietet aber einige spannende Vorträge zur MENA-Region. Außerdem findet sie in unserem Institutsgebäude statt, sodass es ja recht dämlich wäre sie einfach komplett zu ignorieren
Man sieht also deutlich dass ich weiter emsig um einen Platz in der Wissenschaft. ringe Erstmals habe ich auch eine gewisse Hoffnung auf mittlere Sicht einmal tatsächlich eine bezahlte Stelle am CNMS zu bekommen und so erstmals meinen Unterhalt unabhängig von staatlichen Transfers bestreiten zu können. Ich hoffe auf diesem Steinigen Weg bis zum nächsten Blog Geburtstag ein erhebliches Stück weiter voran gekommen zu sein.
Der Blog selbst wird natürlich weiter laufen. Ich habe mir vorgenommen die Postingfrequenz moderat zu erhöhen um so vielleicht wieder auf wenigstens ungefähr 8-10 statt wie zuletzt kümmerlichen Zwei bis Vier Einträgen pro Monat zu kommen. Die Zeiten wo ich bis zu 50 Einträge pro Monat produziere sind hingegen wohl endgültig vorbei. Andererseits weiß man ja nie, schließlich gab es schon häufig Perioden mit sehr wenigen Einträgen die dann durch umso kreativere Phasen mit hoher Veröffentlichungsfrequenz abgelöst wurden.
So oder so kann ich festhalten, dass sich dass Lesen des Blogs hoffentlich auch weiter lohnt und dies ausdrücklich nicht nur wegen meines Rosetta Stone Artikels der nach wie vor der Produzent von Seitenzugriffen schlechthin ist. Liebe Freundinnen und Freunde Besucher und Besucherinnen bleibt mir und dem Blog weiter treu auch wenn mal länger nichts mehr passiert!
Es grüßt
Henning
Mittwoch, 15. Februar 2012
Das gängige Bild des Iran in Europa ist jenes eines Inhumanen Regimes wahnsinniger Mullahs, die nach der Atombombe streben und deshalb schleunigst durch einen Militärschlag gestoppt werden müssen. An dieser Sicht ist auch einiges wahr, den natürlich ist der Iran alles andere als ein freies Land. Dennoch ha dieses Land eine über 2000 Jahre währende Geschichte und speziell in den letzten 100 Jahren im Ringen um den besten Mittelweg zwischen Säkularisierung, Islam und Demokratie einen weiten und wechselvollen Weg hinter sich gebracht.
So hatte der Iran bereits 1905 und damit lange vor so manchem europäischen Staat eine konstitutionelle Verfassungsrevolution, die allerdings unter anderem aufgrund des Druck der imperialistischen Mächte Russland und England zusammenbrach. Auch wäre die Geschichte wahrscheinlich anders verlaufen, hätte der CIA 1953 nicht den demokratisch gewählten Ministerpräsidenten Mossadeg gewaltsam aus dem Amt entfernt. Dieses Ereignis ist tief in das Kollektive Gedächtnis der Iraner eingedrungen und beeinflusst die Perzeption des westlichen Konzeptes von Demokratie bis heute negativ.
All dies und noch mehr erzählt die folgende Dokumentation. Ich verbreite sie hier,weil sie interessant ist und weil ich es wichtig finde gerade jetzt da wir möglicherweise an der Schwelle zu einem neuen Golfkrieg stehen an die widersprüchliche Geschichte dieses interessanten komplexen und wichtigen Landes in der MENA-Region zu erinnern.
Ich wünsche lehrreiche 90 Minuten
Link
Dienstag, 14. Februar 2012
Unter diesem Zugegebenermaßen etwas reißerischen Claim lässt sich der lesenswerte Kommentar des Soziologen Michael Hartmann zusammenfassen. Er zeigt auf wie letztlich im Zuge des Theacherismus Werte wie gesellschaftliche Solidarität und Ehrlichkeit an Boden verloren haben. Natürlich sind dies nur Trends und Beobachtungen die man nicht absolut setzen darf, aber ich denke es ist trotzdem Fakt, dass sich unsere Gesellschaft verändert hat. Die soziale Sicherheit ist im Vergleich zu früher erheblich erodiert,und der Arbeitsmarkt ist zwar flexibler als früher,dafür wird es aber immer zumindest gefühlt schwerer Jobs zu finden,die auf Dauer angelegt sind und so etwas wie Familiengründung überhaupt erst ermöglichen.
Aggressiv werde ich mittlerweile, wenn ich irgendwelche Wirtschaftsfunktionäre im Fernsehen davon schwadronieren höre, dass der Kündigungsschutz geschleift gehöre. Dieser ist zwar äußerlich noch weitgehend in Takt, , lege ich die Erfahrung aus meinem engeren und weiteren Bekanntenkreis zugrunde bringt dies aber wenig, weil die Schutzvorschriften heute aufgrund von endlosen Befristungen erst gar nicht greifen. Auch die von dieser Berufsgruppe gerne ins Feld geführte angebliche Unkündbarkeit Schwerbehinderter ist nach allem was ich weiß eher Legende als Realität, den erstens darf man auch Behinderte befristen, und zweiten macht das Integrationsamt scheinbar nur selten von seinem Theoretischen Vetorecht bei Kündigungen Gebrauch. Zu diesem Thema lohnt sich übrigens ein Blick in diesen Artikel.
Zuletzt sehe ich durchaus einen Zusammenhang zwischen den laut Medien sprunghaft steigenden Zahlen von sogenannten Burnout Syndromen, was im übrigen nur ein neues Wort für die an sich schon lange bekannte Erschöpfungsdepression ist, und der zunehmenden Arbeitsverdichtung gepaart mit Existenzängsten. Für mich driftet die Gesellschaft seit etwa 1980 also dem Zeitpunkt meiner Geburt schleichend auseinander. Schuldenkrise. Schuldenbremse Bankenrettung udn Rettungsschirme sind nur die aktuellsten Fratzen der selben Ideologie die letztendlich antritt den Sozialstaat europäischer Prägung zu zerstören und dies durch Agendasetting und Veränderung der Sprache zu einem Guten Teil auch bereits erledigt hat. Ein Blick nach Griechenland reicht,um sich bang zu fragen,wie lange Europas Gesellschaften diesen Trend zur Endsolidarisierung noch aushalten.
Ich Jedenfalls bekenne, das ich mir um den Mittel und Langfristigen Fortbestand unseres an sich sehr guten Grundgesetzes ernste Sorgen mache. Man kann nur hoffen dass irgendwie noch rechtzeitig der Umschwung gelingt, denn ich will, dass auch meine Neffen Arne und Mika in 15-20 Jahren in einem möglichst sozialen und ökologischen Gemeinwesen leben.
Samstag, 11. Februar 2012
Die Gesellschaftliche Hegemonie des Neoliberalismus ist paradoxerweise weitgehend ungebrochen,trotz bald vier Jahren Finanzkrise und Eurokrise, Man kann sogar durchaus sagen, dass der Siegeszug Neoliberaler Konzepte noch nie so weit voran geschritten war wie heute.Das zeigen die Vorgänge in Griechenland eindrucksvoll. diese Untergraben die Demokratie( vergleiche Finanzmarktkapitalismus und Demokratie gehen nicht zusammen).
Ein wichtiger Schritt um neue Ideologien durchzusetzen, ist die Veränderung von Sprache, entweder dadurch, dass man neue Begriffe kreiert, oder bestehende Begriffe mit einer neuen Bedeutung versieht. Hierin ist der Neoliberalismus angelsächsischer Prägung ein wahrer Meister, wie das folgende kleine Wörterbuch Deutsch-Neoliberal-Neoliberal-Deutsch beweist.
Viel Spaß damit !
Quelle Facebook
Samstag, 28. Januar 2012
Oder anders gesagt lassen sich Wirtschaftswachstum und Ressourcenverbrauch entkoppeln? Besteht die einzige Rettung in einer noch zu entwickelnden Postwachstumsgesellschaft? Dies ist das Thema einer interessanten Radiodiskussion aus der hier schon häufig verarbeiteten Sendereihe SWR 2 Forum. Auf dem Podium sitzen die folgenden 4 Protagonisten:
Sven Giegold, Grüner Europarlamentarier, Berlin
Prof. Dr. Niko Paech, Wirtschaftswissenschaftler, Universität Oldenburg
Prof. Dr. Angelika Zahrnt, frühere Vorsitzende des BUND
Gesprächsleitung: Axel Weiß
Ich persönlich bin recht gespalten. Seit ich im letzten Jahr auf dem Postwachstumskongress in Berlin war, sympathisiere ich durchaus mit dem Lager der Postwachwachstumsbefürworter. Für mich persönlich aber ist die Vision einer solchen Gesellschaft andererseits noch so weit weg und voller Utopischem Überschwang, das ich es gleichzeitig mindestens als Zwischenschritt für ethisch und gesellschaftlich geboten halte, alle Kräfte für einen umfassenden sozial-ökologischen Umbau zu mobilisieren, für den der Green New Deal meiner Ansicht nach durchaus eine gute Verhandlungsgrundlage darstellt. Wie sieht das die Leser und Leserinnenschaft dieses Blogs? könnt ihr euch eine Gesellschaft ohne Wachstum ausmalen? Mir fällt dies schwer,obwohl ich inzwischen durchaus eine grundlegende Vorstellung habe wie sie in der Theorie aussehen soll.Andererseits zeigt das ja nur, wie tief das Kapitalistische Wachstumsdogma in unsere Gesellschaft eingedrungen ist.
Ich würde mich wie immer über jeden Kommentar freuen, und möchte am Ende noch darauf hinweisen, dass unter dem Label alternatives Wirtschaften bereits einige Beiträge zur Frage Grünes Wachstum versus Postwachstum vorhanden sind. Wer mag kann sich also innerhalb des Blogs etwas in das Thema vertiefen.
Donnerstag, 26. Januar 2012
Liebe Leserinnen und Leser,liebe Freunde und Freundinnen.
Auch wenn ich mich wiederhole, ich bin nicht Tot, nu nach wie vor so beschäftigt das so gut wie keine Energie habe diesen Blog zu bespielen. Die Gründe habe ich hinlänglich ausgebreitet. Es liegt nach wie Vor an Persisch das mich bis an meine Grenzen fordert. Ich habe trotz all meiner Bemühungen circa 1,5 Lektionen Rückstand mit den Vokabeln, soll heißen Lücken in Lektion 5 und reisen Lücken in Lektion 6. Lektion 1-4 Sitzen gefühlt ganz gut, sind aber sicher nicht Lückenlos abgespeichert. Zu allem Überfluss hab ich seit anderthalb Tagen eine Erkältung mit dicken Schädel, der natürlich das aufholen dieser Rückstände gelinde gesagt erschwert. Es wird wohl Glückssache ob ich bestehe. Ich werde aber bis zur letzten Minute alles versuchen
Damit dieser Eintrag sich aber nicht in Gejammer erschöpft möchte ich an dieser Stelle einen unterhaltsamen Beitrag zum Thema interkultureller Dialog zwischen Orient und Okzident empfehlen und bereitstellen.Es handelt sich um recht ausführliche Ausschnitte des Kabarettprogramms Yek Shabe Irani( eine iranischer Abend) des Austro-Iranischen Kabarettisten und Schauspielers Michael Niavarani. Der ist in Österreich sehr bekannt, hier kennt man ihn vor allem aus dem Spielfilm Salami Aleikum, wo er ziemlich genial den Vater der nämlichen Hauptfigur verkörpert und im Prinzip der eigentliche Star des Films ist Die aus 6 Teilen bestehende Playlist bietet einen amüsanten Ritt durch die kulturellen Unterschiede zwischen Iranern und Österreichern, die aber größtenteils sicher auch auf uns Piefkes übertragbar sind.Als besonderes Bonbon ist das Programm zumindest zum Teil auch persischsprachig. Zur Beruhigung sei aber gesagt, dass die entsprechenden Passagen Deutsch Untertitelt sind.
Viel Spaß mit dem Video
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